Der Pokal links ist eh der Wertvollste, Kalle. Der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München, Karl-Heinz Rummenige (l) und der Präsident des FC Bayern München, Uli Hoeneß im Jahr 2015. Foto: Marc Müller/dpa
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Abstand zwischen reichen und armen Clubs wächst Die Lösung ist eine Bundesliga ohne die Bayern

Durch das viele Geld in der Champions League gibt es in den nationalen Ligen längst Zwei-Klassen-Gesellschaften. Doch es gibt da einen Ausweg. Ein Kommentar.

Wenn die Großen zu viel bekommen und die Kleinen nicht mehr, dann sterben die Kleinen irgendwann. So sieht es Klaus Hofmann. Der Präsident des Fußball-Bundesligisten FC Augsburg hat in der "Augsburger Allgemeinen" die in der Champions League ausgeschütteten Prämien kritisiert. Durch die Geldverteilung werde die Chancengleichheit getötet. Wenn ein Champions-League-Teilnehmer aus Deutschland in der Vorrunde sang- und klang- und sieglos ausscheide, aber dennoch allein an Prämien mehr bekomme, als zum Beispiel sein FC Augsburg Personalaufwendungen habe, dann verstehe er die Welt nicht mehr.

Hofmann spricht gar von einer „Perversion des Systems“, weil die Uefa über ein Auf- und Abstiegssystem nachdenke. Da gehe es nur darum, den Status quo der Teams beizubehalten, die einmal drin seien. Die These des Augsburger Präsidenten: Die Champions League macht die nationalen Ligen kaputt.

Dass es zum Beispiel in der Bundesliga einen Graben zwischen Spitze - mit Bayern, Leipzig und Dortmund - sowie dem Rest gibt, lässt sich kaum noch bestreiten. Genau wie der Umstand, dass diese Gräben tiefer werden und die Topklubs vorn die Liga irgendwann eher als lästigen Alltag sehen und die Champions League als ihr wahres Geschäft wahrnehmen könnten.

Letzteres wäre aber legitim, zumal sich der Profisport Fußball inzwischen an der Spitze des Kapitalismus bewegt. Bei den Topklubs geht es vor allem um Geld. Denn nur wer mehr bekommt, kann auch besser sein als die anderen.

Man kann nun sagen, dass die Klubs auch eine soziale Verantwortung für ihre vielen Fans, ja auch für ihre Stadt haben, mit der sie ja oft in einer Art wirtschaftlichen Symbiose leben. Aber diese Argumente werden die Bundesliga und andere europäische Ligen kaum vor einer Zwei-Klassen-Gesellschaft bewahren. Die Bundesliga kann da kaum etwas ausrichten, solange die großen Klubs wie die Bayern ihr Geld in der Champions League verdienen.

Die einzige Chance ist: Die europäischen Topklubs nur noch in einer Superliga spielen zu lassen und national dann den Titel in einer Liga auszuspielen, in der die anderen Klubs antreten. Wahrscheinlich liegt das Bayern und Real Madrid dauerhaft sowieso mehr, als immer mal wieder gegen Paderborn oder Getafe spielen zu müssen.

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