Landry Nnoko zeigte auch gegen Jena eine gute Leistung. Foto: Monika Skolimowska/dpa
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81:77-Sieg in Jena Alba Berlin tut sich schwer beim Tabellenletzten

Nach zwei Niederlagen in Folge gelingt den Berliner Basketballern wieder ein Sieg. Auch gegen Jena ist ihnen die hohe Belastung aber deutlich anzusehen.

Sie pfiffen und grölten und schwenkten ihre Fahne, doch Luke Sikma ließ sich nicht beirren. 6,8 Sekunden vor Schluss verwandelte der Power Forward von Alba Berlin zwei Freiwürfe und entschied das zähe Auswärtsspiel in Jena mit seinen Punkten 19 und 20. Am Ende siegten die Berliner 81:77 (23:25, 19:14, 17:23, 22:15) und festigen ihren dritten Tabellenplatz in der Basketball-Bundesliga. "Die letzten Wochen hatten wir sehr viele Spiele und man sieht, dass wir nicht ganz oben sind mit unserer Energie", sagte Albas Nationalspieler Joshiko Saibou bei "Magentasport". "Am Ende haben wir aber die richtigen Entscheidungen getroffen und auch unsere Freiwürfe genutzt."

Bei Alba fehlten wie schon bei der Niederlage gegen Bayern München am Sonntag nur noch der langzeitverletzte Stefan Peno und Martin Hermannsson. Da Peyton Siva leicht angeschlagen ins Spiel ging, startete Derrick Walton als Point Guard.

Schon in den ersten Minuten wurde deutlich, dass es ein ganz anderes Duell als im Hinspiel am ersten Spieltag werden würde. Damals hatten die Berliner Jena mit 112:55 regelrecht aus der Halle geschossen und den höchsten Sieg der Bundesliga-Geschichte nur knapp verpasst. Am Dienstagabend in Jena gelang es von Beginn an keiner Mannschaft, sich einen klaren Vorsprung zu verschaffen. Beim Tabellenletzten standen mit Derrick Allen, Immanuel McElroy und Martynas Mazeika gleich drei frühere Alba-Profis auf dem Feld, während der vierte, Julius Jenkins, eine Pause erhielt.

Alba versuchte in der Anfangsphase immer wieder, die Athletik des zuletzt starken Landry Nnoko (zehn Punkte, neun Rebounds) zu nutzen, und kam erstaunlich selten zu schnellen Abschlüssen sowie Distanzwürfen. Es dauerte bis ins zweite Viertel, ehe Rokas Giedraitis im fünften Versuch den ersten Dreier versenkte. Die Berliner führten nun mit fünf Punkten Vorsprung und obwohl sie nicht sonderlich gut spielten, machte es nicht unbedingt den Eindruck, als drohe in Jena die dritte Liganiederlage in Folge.

Dieses Gefühl hatten offenbar auch die Alba-Profis, denn wirklich fokussiert sah ihr Auftritt nicht auf. Wiederholt leisteten sich die Berliner einfache Fehler und Jena nutzte diese vor allem über Reggie Williams (17 Punkte), Ronald Roberts sowie Mazeika (je 16). Dass Jena zuletzt elf Spiele in Folge verloren hatte und nur noch geringe Chancen auf den Klassenerhalt hat, war dem Team nicht anzumerken und Ende des dritten Viertels schien das Spiel sogar zu kippen. Nach einem Korbleger von Dru Joyce gingen die Gastgeber mit einer 62:59-Führung in den Schlussabschnitt. "Wir haben uns selbst versprochen, bis zum Ende der Saison zu kämpfen und wir glauben zu 100 Prozent an unsere Chance auf den Klassenerhalt", sagte Jenas Mazeik.

Anders als zuletzt kann Alba im letzten Viertel zulegen

Anders als gegen Bayreuth und München gelang es Alba in den letzten zehn Minuten jedoch, der Müdigkeit zu trotzen. Hatten sie die vergangenen zwei Spiele kurz vor Schluss aus der Hand gegeben, holten sie nun selbst einen Rückstand auf. Mit einem 12:0-Lauf verschaffte sich die Mannschaft von Trainer Aito Garcia Reneses den entscheidenden Schwung und brachte den Sieg über die Zeit.

Spielerisch ließ Alba zwar einiges vermissen, in der aktuellen Phase ist das aber auch nicht verwunderlich. Im April war es bereits das zehnte Spiel für Alba und bis zum Ende der Hauptrunde mit der einwöchigen Wettkampfpause, deren Bedeutung Albas Manager Marco Baldi mit "sechs Wochen Karibik-Urlaub" verglichen hatte, sind die Berliner noch vier Mal gefordert. Um den für die Play-offs so wichtigen dritten Platz sicher vor Rasta Vechta zu behaupten, brauchen sie noch drei Siege. (Tsp)

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