Union feierte einen überzeugenden Sieg gegen den FC St. Pauli. Foto: Jörg Carstensen/dpa
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2. Bundesliga Der 1. FC Union besiegt St. Pauli und stürmt an die Spitze

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Der Saisonstart des 1. FC Union ist mehr als geglückt: Gegen den FC St. Pauli gewinnen die effizienten Köpenicker 4:1.

Die Bedeutung von Standardsituationen ist nicht erst seit der Weltmeisterschaft in Russland bekannt. Auf den Bolzplätzen der Republik gilt seit jeher die Regel „Drei Ecken, ein Elfer“, der 1. FC Union trieb die Effektivität nach ruhenden Bällen am Sonntag gegen den FC St. Pauli jedoch auf die Spitze. Zwei Einwürfe, zwei Tore – und irgendwie wusste nach den späten Treffern durch Grischa Prömel und Akaki Gogia niemand so richtig, warum der Berliner Zweitligist mit einer 2:0-Führung in die Pause ging. „Der Doppelschlag hat sehr gut getan“, sagte Prömel.

In der zweiten Halbzeit traf Sebastian Andersson doppelt und Union siegte vor 22.012 Zuschauern im ausverkauften Stadion An der Alten Försterei gegen die zuvor verlustpunktfreien Hamburger 4:1 (2:0). Damit klettert die Mannschaft von Urs Fischer in der Zweiten Liga an die Tabellenspitze und stellt nebenbei noch einen Klubrekord ein. Es war der fünfte Sieg in Folge gegen St. Pauli, das gelang zuvor nur gegen den Karlsruher SC.

Wie zu erwarten saß der erst am Mittwoch verpflichtete Robert Zulj anfangs nur auf der Bank. Überraschender waren da schon das Startelfdebüt des in der Vorbereitung länger verletzten Florian Hübner und die Besetzung im offensiven Mittelfeld. Für Marcel Hartel begann Felix Kroos.

An der Herangehensweise der Berliner in den bisherigen Spielen unter Fischer änderte das nichts. Union begann verhalten und legte viel Wert auf defensive Stabilität. So wirkten die Gäste anfangs deutlich schwungvoller, ohne dabei gefährlich zu werden. Beiden Teams fehlte im Spielaufbau die Tiefe. Die Bälle wurden fast nur quer oder nach hinten verteilt, intensives Pressing war kaum zu erkennen. „Die ersten 20, 25 Minuten haben mir nicht gefallen“, sagte Fischer. „Wir sind nicht so gut in die Zweikämpfe gekommen und uns hat die Ruhe gefehlt.“

Union war deutlich effizienter

Das galt auch für die erste gefährliche Szene. Simon Hedlund kam nach einer Behandlungspause zurück auf den Platz und stibitzte seinem überraschten Gegenspieler den Ball, Andersson ließ die Überzahlsituation aber ungenutzt.
Danach wurde es auf dem Rasen etwas hitziger, Chancen ergaben sich jedoch nicht. So sah es bis in die 44. Minute nach einem klassischen 0:0 zur Halbzeit aus. Doch St. Pauli und Schlussphasen lösen bei Union offenbar etwas aus. Schon in den vergangenen Jahren siegten die Berliner oft durch späte Tore, nun schlugen sie kurz vor der Pause aus dem Nichts zu – und zwar mit zwei nahezu identischen Toren. Langer Einwurf, Andersson wühlt am Fünfmeterraum und Prömel beziehungsweise Gogia schießen aus Nahdistanz ein. „Da waren wir zu naiv“, ärgerte sich St. Paulis Trainer Markus Kauczinski. „Aus solchen Situationen darf kein Tor fallen – und schon gar nicht zwei.“

Von diesem Schock erholten sich die Hamburger nicht mehr. St. Pauli gab sich zwar nicht auf, Union war aber deutlich effizienter – wie beim 3:0 durch Andersson. Aus dem Mittelfeld spielte Taktgeber Manuel Schmiedebach einen butterweichen langen Ball. Andersson wackelte einmal links, einmal rechts, genug um Philipp Ziereis aus dem Gleichgewicht zu bringen, und schob überlegt ein. In der Schlussviertelstunde sahen die Berliner Fans dann auch noch die Debüts von Zulj und Julian Ryerson. Zulj gelang nach dem abgefälschten Hamburger Ehrentreffer zum zwischenzeitlichen 1:3 durch Henk Veerman sogar noch seine erste Torbeteiligung. Kurz vor Schluss bereitete er Anderssons zweiten Treffer vor und sorgte für einen Gesang, den es in Köpenick seit dem Frühjahr 2017 nicht mehr gab. „Spitzenreiter, Spitzenreiter. Hey, hey!“

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