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Das Bild des Anstoßes: Özil und der türkische Präsident Erdogan. Berater Sögüt meint: "Außerhalb des Platzes hat er keinen Fehler gemacht."

© dpa

"11Freunde"-Interview: Özil-Berater kritisiert Nationalspieler und Bayern-Bosse

Erkut Sögüt verteidigt im Interview mit dem Magazin "11Freunde" seinen Klienten Mesut Özil gegen alle Kritik - und teilt selbst kräftig aus.

Mesut Özil schweigt weiter, aber die kontroverse Debatte um den 29-Jährigen kommt auch knapp zwei Monate nach seinem Rücktritt aus der Fußball-Nationalmannschaft nicht zur Ruhe. Sein Berater Erkut Sögüt hat ein Gespräch mit dem Magazin „11 Freunde“ nun zum gezielten Angriff auf mehrere deutsche Nationalspieler und die Bayern-Bosse Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge genutzt. Özils umstrittenes Foto mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan verteidigte der Rechtsanwalt dagegen. „Außerhalb des Platzes hat er keinen Fehler gemacht. Dabei bleibt es“, sagte Sögüt.

Fehlverhalten unterstellte Sögüt dagegen Toni Kroos, Manuel Neuer und Thomas Müller, deren Aussagen zu Özils Rücktritt Sögüt als „enttäuschend und deplatziert“ bezeichnete. Kroos hatte unter anderem von einem „hohen Anteil an Quatsch“ gesprochen, der in der dreiteiligen Rücktrittserklärung Özils vor mehreren Wochen gestanden habe. „Kroos sollte als gestandener Nationalspieler erklären, was er mit dem Vorwurf „Quatsch“ meint“, forderte Sögüt.

Unverständnis äußerte der Berater auch über Aussagen von Neuer und Müller: „Neuer wirft Mesut indirekt vor, nicht mit Stolz das deutsche Nationaltrikot getragen zu haben. Das ist nicht akzeptabel. Müller hat die Diskussion nicht verstanden.“

Neuers Aussagen? "Nicht akzeptabel." Müller? "Hat die Diskussion nicht verstanden."

Angefangen hatte jene Diskussion mit dem Erdogan-Foto vor der WM in Russland, beschleunigt wurde sie vom desolaten Abschneiden der DFB-Auswahl. Neben Özil hatte sich auch der ebenfalls von Sögüt beratene Nationalspieler Ilkay Gündogan mit Erdogan ablichten lassen, sich anschließend aber mehrfach zum Foto erklärt. Özil dagegen schwieg, wurde in sozialen Netzwerken teils rassistisch angegriffen und stand nach dem Turnier im Zentrum der sportlichen Kritik am Weltmeister von 2014.

Diese gipfelte unter anderem in den deftigen Äußerungen von Bayern Münchens Präsident Hoeneß nach Özils Rückzug aus dem Nationalteam. Denn Özil habe ohnehin „seit Jahren einen Dreck gespielt“, meinte der 66-Jährige.

Angesprochen auf diese Aussagen setzte Sögüt gegenüber „11 Freunde“ zu einer laut dem Magazin „mehrminütigen Suada“ an. In dieser greift der promovierte Jurist nicht nur Hoeneß, sondern auch Rummenigge an, der die Debatte um Özil als „Phantomdiskussion“ bezeichnet hatte. „Wenn hier jemand ablenken will, dann sind es diese beiden. Und zwar von der Leistung ihrer eigenen Spieler, von ihrer Steuerhinterziehung, ihren unverzollten Rolex-Uhren und von der Vetternwirtschaft in ihrem Verein“, sagte Sögüt.

Sögüt lebt inzwischen in London und hat seine eigene Beratungsfirma

Sögüt ist selbst in Hannover aufgewachsen und arbeitet seit mehreren Jahren unter anderem als Berater von Özil. Auf dem Weg ins Metier der Spielervermittler hatte ihm einst auch Harun Arslan geholfen, der seit langem Berater von Bundestrainer Löw ist. Inzwischen lebt Sögüt in London und hat seine eigene Beratungsfirma.

Seine Eltern waren als Gastarbeiter aus der Türkei nach Deutschland gekommen. Sögüt wusste laut eigener Aussage „einige Tage“ vorher von Özils Treffen mit dem türkischen Präsidenten Erdogan im vergangenen Mai, habe es aber bewusst nicht verhindert. „Warum sollte ich? Mesut ist alt genug, er hat seinen eigenen Kopf. Er kennt den Präsidenten seit acht Jahren“, sagte Sögüt. Für Özil sei der Termin „eine Frage des Respekts“ gewesen: „Es ging Mesut nie um Politik. Dafür interessiert er sich nicht.“

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