Eine Nummer zu groß. Landry Nnoko (rechts) spielte gegen Würzburg seine Vorteile aus. Foto: Andreas Gora/dpa
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Update 108:69 gegen Würzburg Alba Berlin nutzt seine Größenvorteile

Leonard Brandbeck

Die Berliner Basketballer gewinnen in eigener Halle locker und lässig. Für eine gute Ausgangsposition in den Play-offs brauchen sie noch einen Sieg.

Basketball, das ist eigentlich ein Sport für die ganz langen Leute. Das Spiel ist in den letzten Jahren variabler geworden, und dennoch ist es nach wie vor üblich, ein paar Schlakse jenseits der zwei Meter im Team zu haben. Von denen hatte Alba Berlins Gegner aus Würzburg jedoch nach kräftezehrenden internationalen Wochen kaum noch welche an Bord, als die Franken am Sonntagnachmittag in der Arena am Ostbahnhof mit nur zehn Mann zu Gast waren. Für die Berliner war es deshalb ein Leichtes, ihre physischen Vorteile zu nutzen und vor 8871 Fans locker mit 108:69 (32:15, 17:13, 25:19, 34:22) zu gewinnen. „Wir konnten uns ausruhen und trainieren, für Würzburg war das Gegenteil der Fall“, sagte Albas Coach Aito Garcia Reneses nach dem Spiel. „Sie haben mit weniger Energie gespielt als normalerweise.“

Albas Agilität und Länge hatten die Würzburger von Anfang an wenig entgegenzusetzen. Der Ball lief bei den Berlinern wie von selbst, Alba punktete variabel am Brett, in der Zone oder auch von außen. Es konnte sich fast der Eindruck aufdrängen, das Team wolle seinem Trainer beweisen, wie aufmerksam es die in dieser Saison so kostbare Trainingszeit in den letzten Tagen aufgesogen hatte.

Die Würzburger konnten von Anfang an kaum Schritt halten. „Es hat sich bewahrheitet, was zu befürchten war“, sagte Trainer Denis Wucherer: „Dass es schwer sein würde, genug Substanz und Energie ins Rennen zu schicken.“ Mit 18 getroffenen Dreiern stellten die Berliner eine neue Bestmarke in ihrer Saison auf. Und für den seltenen Fall, dass ein Wurf einmal nicht den Weg in den Korb fand, waren die langen Alba-Spieler zur Stelle und sicherten sich durch ihre Vorteile Rebound um Rebound – und das obwohl Trainer Reneses mit Tim Schneider auf einen weiteren großen Spieler verzichtet hatte. Ganze zwei Rebounds ergatterten die Würzburger im ersten Viertel, Alba lag da bereits mit 32:15 vorne.

Und auch wenn die Trefferquote danach ein wenig zurückging, war bereits beim 49:28 zur Halbzeit klar, dass sich Alba nicht allzu sehr verausgaben werden müsste, um den Sieg einzutüten. Reneses verteilte die Spielzeit gleichmäßig, kein Alba-Spieler stand am Ende unter zehn Minuten auf dem Feld, der brillante Peyton Siva, mit 19 Punkten in knapp 22 Minuten Topscorer, dabei am längsten. Als kurz vor Ende des dritten Viertels Kenneth Ogbe den Ball zum 74:44 in den Korb schmetterte, war das Spiel längst gelaufen. Alba siegte locker und benötigt nun durch Vechtas Niederlage am Samstagabend in Ludwigsburg nur noch einen Sieg aus den verbleibenden drei Spielen, um sich mit dem dritten Platz eine gute Ausgangssituation für die Play-offs zu sichern.

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