Wuchtbrumme im Sturm: Unions Angreifer Polter (r.) ist eine Option für die Startelf. Foto: imago images/GEPA pictures
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1. FC Union vor dem Derby Plötzlich Platz für Sebastian Polter

Urs Fischer könnte im Pokal einige Wechsel vornehmen. Ein Profiteur könnte Angreifer Sebastian Polter sein.

Fünfeinhalb Monate sind im Profifußball eine unheimlich lange Zeit, erst recht für einen ehrgeizigen Menschen wie Sebastian Polter. Für den Stürmer könnte das lange Warten am Dienstag jedoch ein Ende haben. Zum ersten Mal seit dem letzten Zweitliga-Spieltag Mitte Mai könnte Polter beim Auswärtsspiel in Freiburg in der Startelf stehen. Das von den zwei Bundesliga-Highlights gegen Bayern und Hertha eingerahmte Pokalspiel bietet für den 1. FC Union die Möglichkeit für personelle Wechsel. „Klar hoffe ich darauf, im Pokal zu spielen“, sagt Polter, der seit dem Aufstieg in zwölf Pflichtspielen nur auf 92 Einsatzminuten kommt.

Unions Trainer Urs Fischer gilt nicht unbedingt als großer Verfechter der Rotation, wird aber sicherlich die ein oder andere Veränderung vornehmen. Bisher waren seine personellen Wechsel in dieser Saison eher erzwungen, vor allem durch die drei Platzverweise gegen Union. Vor dem Pokalspiel in Freiburg will sich Fischer jedoch wie üblich nicht in die Karten schauen lassen. „Ich bin der Meinung, dass jeder Fußballer eine englische Woche überstehen sollte“, sagt Fischer, um dann hinzuzufügen: „Ich denke aber schon, dass wir bei den Auftritten in München und in Freiburg Kraft verlieren und dann steht das Derby an gegen Hertha. Gut möglich, dass die ein oder andere Rotation gemacht wird.“

Hier könnte Polter ins Spiel kommen. Sebastian Andersson hatte im Dreikampf mit Polter und Anthony Ujah bisher zwar meist die Nase vorne, spielte in München aber unglücklich und verschoss einen Elfmeter. Zudem konnte er sich im Gegensatz zu seinen Konkurrenten auch in der jüngsten Länderspielpause nicht erholen, da er mit der schwedischen Nationalmannschaft unterwegs war. Auch wenn Fischer sehr viel von Andersson hält und besonders seine mannschaftsdienliche Spielweise schätzt, könnte der Schwede eine Pause erhalten.

Polter ist ein Mann für die hohen Bälle

Polter wäre nach seinem ersten Bundesliga-Treffer für Union eine naheliegende Alternative. Der 28 Jahre alte Publikumsliebling bringt zwar einige spielerische Schwächen mit, ist aber noch robuster als Andersson und ebenfalls gut geeignet als Adressat der vielen hohen Bälle, mit denen Union oft operiert. Außerdem dürfte Polter hochmotiviert sein, schließlich kämpft er nicht nur um seine Rolle im Team, sondern auch um seine Zukunft in Köpenick.

Sein Vertrag läuft im Sommer aus und bis zum Spiel in München war es wirklich nicht die Saison des Sebastian Polter. Negativer Höhepunkt war das Spiel in Leverkusen, als er nicht einmal fünf Minuten nach seiner Einwechslung wegen eines Foulspiels vom Platz flog. Neben Polter hat auch Keven Schlotterbeck gegen Freiburg gute Chancen auf einen Startelfeinsatz. Nachdem Fischer in München auf eine Viererkette setzte, um im Mittelfeldzentrum mehr Zugriff zu bekommen, wäre im Pokal eine Rückkehr zu einer Dreierabwehr naheliegend. Schon vor anderthalb Wochen beim 2:0 gegen Freiburg funktionierte das System mit Schlotterbeck im Zentrum sehr gut.

Auch wenn mit Suleiman Abdullahi, Grischa Prömel und dem langzeitverletzten Akaki Gogia drei Spieler ausfallen, ist Unions Kader groß genug, um einigen Stammspielern eine Pause zu gönnen. Zu groß wird die Rotation aber sicher nicht ausfallen, schließlich haben die Berliner zuletzt vor sechs Jahren das Achtelfinale im DFB-Pokal erreicht. Die Vorbereitung auf das Spiel in Freiburg verbrachte Union im Süden, ohne nach Berlin zurückzukehren. „Das ist schon fast wie ein Kurztrainingslager“, sagte Fischer, der prägnant Unions Motto des Spiels vorgibt: „Denk nicht schon an Hertha.“ Die Derby-Vorbereitung beginnt dann mit dem Abpfiff. Noch am Dienstagabend fliegt Union per Charter zurück nach Berlin.

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