Obenauf. Gegen Jahn Regensburg kam Unions Kapitän Christopher Trimmel auf ordentliche Werte. Foto: Jörg Carstensen/dpa
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1. FC Union im Aufstiegskampf Christopher Trimmel fordert, Berkan Taz verlängert

Der Kapitän des Berliner Zweitligisten wünscht sich konstantere Leistungen von den erfahrenen Spielern – zugunsten der jüngeren Kollegen.

Wenn ein Fußballklub nicht so vorankommt, wie er vorankommen will, hat er meist eine sehr naheliegende Option. Die zog jüngst der Zweitligist FC St. Pauli, indem er Trainer Markus Kauczinski entließ – obwohl jener den Kiezklub zu einem Aufstiegskandidaten geformt hatte. Zuletzt aber wollte Präsident Oke Göttlich eine „lethargische Stimmung“ wahrgenommen haben, zudem gefiel ihm die taktische Ausrichtung nicht. Zu ängstlich sei diese gewesen.

Würden sie beim 1. FC Union nach Hamburger Art handeln, müsste wohl auch Unions Trainer Urs Fischer um seinen Job bangen. Nach zwei Punkten aus den vergangenen vier Spielen kamen die Berliner ebenfalls nicht voran. Und gegen Regensburg liefen die Spieler des Tabellendritten 60 Minuten lang so ängstlich über das Feld, als sei der neue Stadionrasen vermint worden.

Berkan Taz bleibt mindestens bis 2021 Unioner

„Die erste Halbzeit war wirklich schlecht“, bekräftigte Kapitän Christopher Trimmel am Montag noch einmal. Aber weil sie bei Union nie die Schuld beim Trainer suchen, jedenfalls nicht in dieser bisher so geradlinig verlaufenden Runde, machte Trimmel einen Alternativvorschlag, wie das Berliner Spiel schon am kommenden Samstag in Fürth besser aussehen könnte.

„In so einer Phase, in der der Druck natürlich größer wird, müssen wir, die älteren Spieler in der Startelf, jetzt abliefern“, sagt Trimmel. Spieler also wie Florian Hübner, Ken Reichel, Felix Kroos, Manuel Schmiedebach – und natürlich Trimmel selbst. In den vergangenen Wochen sei die Leistung der Erfahrenen „zu unkonstant“ gewesen, findet Trimmel. Er nehme sich als Kapitän mit in die Pflicht. Gegen Regensburg stimmte seine Bilanz. 82 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 73 Ballaktionen und drei Torschussvorlagen bedeuteten Bestwerte auf Berliner Seite, dazu führte sein Eckball zum 2:2 durch Sebastian Polter.

Man könne in so einer Phase nicht erwarten, dass ein junger Spieler konstant funktioniere, betont Trimmel. Deshalb fordert er von den älteren Kräften mehr Sicherheit und Ausstrahlung, als Kompensation sozusagen.

Einer dieser jüngeren Spieler, die von den Erfahrenen profitieren könnten, heißt Berkan Taz. Allerdings müsste der 20 Jahre alte Angreifer dafür öfter spielen. Erst 13 Minuten hat Taz in dieser Saison bestritten, alle am 20. Spieltag beim 2:3 auf St. Pauli. Immerhin hat sich die gute Leistung am Millerntor für ihn gelohnt. Am Montag gab Union bekannt, Taz’ auslaufenden Vertrag um zwei Jahre bis Juni 2021 zu verlängern. Gültig ist das neue Arbeitspapier übrigens auch für die Bundesliga.

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