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Es hat nicht sollen sein für die deutsche Mannschaft. Aber das nächste Turnier kommt bestimmt. Foto: AFP
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1:6-Niederlage gegen die USA im Spiel um Bronze Die WM-Medaille ist nur eine Frage der Zeit

Das deutsche Eishockey-Team verliert das kleine Finale klar. Die Turnierleistung aber macht Hoffnung, dass es schon bald die nächste Chance gibt. Ein Kommentar.

Kanada gegen Finnland – so lautete am Sonntag das Duell im Finale der Eishockeyweltmeisterschaft. Das ist eine Ansetzung, die vor dem Turnier von Riga keinen vom Hocker gehauen hätte. Erstaunlich ist aber, wie viel Deutschland im Endspiel drinsteckte.

Die Kanadier haben in der Hauptrunde gegen das Team von Bundestrainer Toni Söderholm verloren und sind nur durch Schützenhilfe der Deutschen überhaupt in die K.-o.-Runde eingezogen. Titelverteidiger Finnland hatte nur mit Glück das Halbfinale gegen die starke deutsche Nationalmannschaft überstanden.

Das war weniger eine Überraschung, vielmehr war es ein Beleg dafür, dass das deutsche Eishockey nicht mehr nur auf dem Weg nach oben, sondern ein Stück weit schon oben angekommen ist. Daran ändert auch das deutliche 1:6 (0:1, 0:4, 1:1) gegen die USA im Spiel um Platz drei nichts. Die Bilanz des Nationalteams in jüngster Vergangenheit ist eindeutig: Silber bei Olympia 2018, Viertelfinale bei der WM 2019, nun Halbfinale – so viele Zufallstreffer in so kurzer Zeitspanne gibt es nicht.

Inzwischen spielen die Deutschen nicht mehr nur mit, verteidigen nicht nur mit viel Herz und Kampfkraft das eigene Tor. Nein, sie setzen die Gegner unter Druck – weil sie athletisch, spielerisch und taktisch immer weniger den Vergleich mit den Nationen fürchten müssen, in denen Eishockey Volkssport ist.

Das deutsche Eishockey ist oben angekommen - und das nicht zufällig

Das Fördern der Elite, wie es etwa an Standorten wie in Mannheim seit Jahren betrieben wird, hat das Eishockey in Deutschland auf ein neues Level gebracht. Verbunden damit, dass sie in der Liga immer mehr auf starke Nachwuchsspieler setzen – weil es immer mehr gibt. Konsequenz daraus ist, dass deutsche Spieler in den nordamerikanischen Ligen mehr gefragt sind den je; nicht nur als Rollenspieler, sondern als Stars wie Leon Draisaitl, Tim Stützle oder Torwart Philipp Grubauer.

An diesem Turnier konnte besagtes Trio nicht mal teilnehmen, bei den Olympische Spielen in Peking 2022 werden sie wohl dabei sein. Es wird die Chancen des Teams nicht schmälern, auch wenn die Gegner auch aufrüsten werden.

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Auch wenn es für knappes Scheitern wie jetzt in Riga keinen Titel und letztlich nicht mal eine Medaille gibt, die deutschen Spieler sind diesem Ziel näher denn je. Kapitän Moritz Müller sagte nach dem Spiel gegen Finnland, natürlich sei er enttäuscht, denn: „Wir wollten Weltmeister werden.“

Und dieses Selbstbewusstsein kam nicht von ungefähr, wie die Spiele im WM-Turnier gezeigt haben. Das Zuschauen hat Spaß gemacht, mehr denn je. Und die Hoffnung, dass in den kommenden Jahren dann auch mal mehr herausspringt als Platz vier für Söderholms Mannschaft, ist berechtigt.

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