Kingsley Coman (4. vl) erzielt im UEFA Champions League-Finale gegen Paris Saint-Germain den Treffer für Bayern München. Foto: Julian Finney/Getty Images via UEFA/dpa
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Update 1:0-Sieg gegen Paris Saint-Germain Der FC Bayern gewinnt die Champions League

Meister, Pokalsieger, Champions-League-Sieger: Der FC Bayern hat das Triple gewonnen. Im Endspiel gegen Paris feiern die Münchner einen knappen Sieg.

Kingsley Coman kennt Paris. Dort ist der Münchner Offensivspieler geboren. Und am Sonntagabend hat sich die Verbindung des Franzosen zur französischen Hauptstadt noch einmal enorm intensiviert. Mit dem wichtigsten Tor seiner Karriere kürte Coman den FC Bayern zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte zum Triplesieger.

Das 500. Champions-League-Tor der Münchner entschied am Sonntagabend beim 1:0 (0:0) ein intensives, enges und hart umkämpftes Endspiel gegen Paris Saint-Germain beim Finalturnier in Lissabon. Der Schlusspfiff war der Start in eine lange Partynacht.

Coman war Held des Abends

"Wir haben eine Reise hinter uns", freute sich Thomas Müller. "Wir kamen von relativ weit unten, vom Gefühl her auf jeden Fall im Herbst. Wir haben hier einen Lauf hingelegt, der sensationell ist." Trainer Hansi Flick zeigte sich "stolz" auf seine Spieler und sprach von einer "absolut herausragenden Mannschaftsleistung": "Dass die Mannschaft heute diesen Weg ganz konsequent gegangen ist, war einfach klasse. Aufgrund der zweiten Halbzeit haben wir auch verdient gewonnen."

Held des Abends im Estádio da Luz war neben dem bärenstark haltenden Manuel Neuer Außenstürmer Coman, der bei PSG ausgebildet wurde und dort auch als 16-Jähriger sein Profidebüt gefeiert hatte. Er köpfte nach einer schönen Flanke von Joshua Kimmich in der 59. Minute das Tor zum Triple.

Der Schachzug von Bayern-Trainer Hansi Flick war damit aufgegangen: Er hatte Coman für Ivan Perisic aufgeboten. Ein Jahr nach Jürgen Klopp mit dem FC Liverpool triumphierte Flick so im deutschen Trainerduell mit Thomas Tuchel.

Sie "wollen unbedingt diesen Pokal holen"

Angeführt von Leon Goretzka und Kapitän Neuer waren die Münchner um kurz vor acht aus dem Mannschaftsbus gestiegen – voll fokussiert und mit nur einem Ziel. Sie "wollen unbedingt diesen Pokal holen", hatte Flick bei Sky gesagt.

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Die taktisch geprägte, aber für ein Finale typisch höchst intensive Anfangsphase war vielversprechend – Robert Lewandowski, mit 15 Treffern Torschützenkönig der Königsklasse, traf den Pfosten (22.). Allerdings musste Neuer auch in höchster Not gegen den von Mbappé bedienten Neymar retten (18.).

Spiel in die Tiefe war ausbaufähig

Mit hohem Pressing, Flicks „Erfolgsgarantie“ beim überragenden 8:2 im Viertelfinale gegen den FC Barcelona und dem 3:0 gegen Olympique Lyon im Halbfinale, versuchten die Bayern, das Pariser Starensemble immer wieder unter Druck zu setzen. Lewandowski, Thomas Müller, Serge Gnabry und Coman lauerten auf Ballverluste, das Mittelfeld ordneten Thiago und Goretzka. Das Spiel in die Tiefe aus dem eigenen Ballbesitz heraus war aber ausbaufähig.

Enges Duell: Zwischen Bayern und Paris ging es zur Sache. Foto: David Ramos/AFP Vergrößern
Enges Duell: Zwischen Bayern und Paris ging es zur Sache. © David Ramos/AFP

Gänzlich auszubremsen waren Neymar, der zunächst zentral stürmte, Mbappé und Di Maria nie. Vor allem über die linke Seite des französischen Weltmeisters nahm Paris immer wieder Tempo auf. Di Maria schoss frei vor Neuer über das Tor (23.), Tuchel schlug beide Hände vor dem Gesicht zusammen.

Boateng musste verletzt ausgewechselt werden

Der nach dem Lyon-Spiel angeschlagene Jerome Boateng verletzte sich bei diesem Pariser Angriff und musste ausgewechselt werden. Für ihn kam Niklas Süle, der erst seit Kurzem von einem Kreuzbandriss genesen die große Aufgabe übernahm.

Es blieb eine Partie, in der die Anspannung bei fast jeder Aktion zu sehen war. Jeder Fehler konnte bitter betraft werden. Lewandowski kam zum Kopfball, die Pariser Abwehr war in der Szene viel zu nachlässig mit dem Bayern-Torjäger.

Hitzige Stimmung

Im Fallen versuchte es der Pole, es reichte aber nicht, um Keylor Navas zu überwinden (31.). Der PSG-Torwart aus Costa Rica hatte sich rechtzeitig zum Finale fit gemeldet und parierte vor der Pause auch gegen Gnabry (45.+1). Im eigenen Strafraum hatten die Münchner Glück, dass Mbappés Abschluss nach einem Fehler von David Alaba kurz vor der Pause zu schwach geriet, um Neuer in Bedrängnis zu bringen.

Im fast menschenleeren Estádio da Luz sorgten die Delegationsmitglieder beider Klubs für zumindest ein wenig Motivation von der Seitenlinie. Und die Stimmung wurde hitziger. Nach einem Foul von Gnabry an Neymar, für das der deutsche Nationalspieler Gelb sah, kam es zur ersten Rudelbildung (52.). Als beide Mannschaften etwas zurückhaltender spielten, bediente Joshua Kimmich mit seiner wunderbaren Flanke Coman, der die kurzzeitig unsortierte PSG-Abwehr mit dem Münchner Führungstor überrumpelte.

Paris nur streckenweise gefährlich

Angetrieben durch den Treffer wurden die Bayern offensiver und dominierten im Anschluss die Partie. Ein Schuss von Coman blockte Thiago Silva gerade noch ab (62.), Flick brachte Perisic und Philippe Coutinho für den Torschützen und Gnabry (68.).

Paris wurde nur noch streckenweise gefährlich. Als Neuer gegen Marquinhos gefordert war, war der Keeper wieder zur Stelle (70.). Für Paris kam anschließend Nationalspieler Julian Draxler ins Spiel. Doch das änderte nichts mehr am großen Erfolg der Bayern. (dpa)

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