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Wer führt, wer wird geführt? Markus Söder und Armin Laschet (CDU) kämpfen noch um die Kanzlerkandidatur. Foto: Sven Hoppe/dpa
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Wer wird Kanzlerkandidat der Union? Armin Laschet kommt einfach nicht an

Die Pandemie wütet, die Union ist gelähmt von der Krise und der K-Frage. Dabei wissen sie in der Partei, wer es eigentlich nicht werden kann. Ein Kommentar.

Deutschland im Frühling 2021. Die Republik rauscht aus der zweiten direkt in die dritte Corona-Welle. Der Lockdown für Gastronomie, Tourismus, Kultur und große Bereiche des Handels geht in den sechsten Monat. Kinder pendeln zwischen Wechselunterricht und Quarantäne. Geimpft wird im Schneckentempo, die Fallzahlen aber steigen rasant.

Und was macht die größte Regierungsfraktion? Die Union, stolze letzte Volkspartei, steht vor dem Scherbenhaufen der Korruption einiger ihrer Mandatsträger und leistet sich zudem seit Monaten eine Personal-Seifenoper. In den Hauptrollen: Armin Laschet (CDU) und Markus Söder (CSU).

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Vermittelbar ist der K(r)ampf um die Kanzlerkandidatur mitten in der Pandemie nicht. Statt sich Fernduelle über TV-Kameras zu liefern, müssten beide an der Corona-Front liefern. Denn ihre Pandemiebilanz fällt eher durchwachsen aus. Hier Heinsberg, da Tirschenreuth. Der eine zieht die Notbremse nicht, beim anderen gingen Zehntausende Testergebnisse verloren. Die Inzidenzen steigen bei beiden.

So gelähmt die Pandemiepolitik, so ohnmächtig die Union, deren Umfragewerte absacken. Dabei müsste sich die CDU jetzt ehrlich machen. Jeder kennt die Wahrheit, doch aus der ersten Reihe spricht sie noch niemand öffentlich aus: Laschet kommt nicht an.

[Mehr zum Thema: „Söder sollte antreten“ - In der K-Frage wird es hinter den Kulissen eng für Laschet (T+)]
Seine Beliebtheitswerte sind schlechter als die der unerfahrenen Annalena Baerbock oder von Olaf Scholz, der nun wirklich nicht im Verdacht steht, ein Menschenfänger zu sein. Dabei haben die Wahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zuletzt wieder gezeigt, wie wichtig ein starker Spitzenkandidat ist. Und doch dröhnt Schweigen aus der CDU. Man könne den frisch gewählten Parteichef nicht derart demontieren, heißt es. Augen zu und durch.

Doch das Weiter-so! wird die CDU nicht aus der Krise und Laschet nicht ins Kanzleramt führen. Zumal nach Corona die Krisen nicht enden. Die Klimakatastrophe ist schon da, große Teile der Wirtschaft stehen vor einer Transformation, die soziale Ungleichheit wird immer größer.

Politik, die gestalten will, braucht Vertrauen

Politik, die nicht nur verwalten, sondern auch gestalten will, braucht Vertrauen. Markus Söder mit seinem hemdsärmeligen Auftreten genießt es. Maskenaffäre und Dauerpandemie perlen an dem Franken ab. Seine CSU kommt in Bayern laut jüngsten Umfragen auf 40 Prozent. Und Söder wird auch außerhalb Bayerns Respekt gezollt.

Söder im Nacken: Armin Laschet stellt die Söder-Biografie "Der Schattenkanzler" vor. Foto: Jörg Carstensen/dpa Vergrößern
Söder im Nacken: Armin Laschet stellt die Söder-Biografie "Der Schattenkanzler" vor. © Jörg Carstensen/dpa

Doch auch er muss sich endlich ehrlich machen. Der gelernte Journalist ist ein Meister der Symbole und der doppeldeutigen Sprache. Als zu Pandemiebeginn Hamsterkäufe begannen, posiert er vor Paletten voller Klopapier. Zuletzt sagte er, es sei wichtig, „dass wir aus dem Kamillentee-Modus rauskommen – und rein in den Modus Red Bull oder Cola light“.

Die zuckerfreie Brause ist zufällig Söders Lieblingsgetränk. Mehr Söder also? Reine Interpretation, sagt er schelmisch grinsend in den „Tagesthemen“.

Cola-light-Sprüche und Klopapier werden Söder nicht ins Kanzleramt bringen. Anders als in seinem jahrelangen Machtkampf gegen Horst Seehofer hat er dieses Mal nur wenig Zeit. Er muss springen, etwas wagen. Von allein wird man nicht Kanzler. Nur, wenn er sich zur Macht bekennt, kann die Union nach dieser auch wieder greifen – und sich jetzt erst einmal wieder dringenderen Problemen widmen.

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