Durch eine Umbenennung will Marine LePen die Front National fit für die Europawahl machen. Foto: REUTERS/Pascal Rossignol
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Vorschlag von Marine LePen Aus Front National soll "Rassemblement National" werden

Stefan Weger
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Um ihre Partei vor der Europawahl zu "entdämonisieren", schlägt Marine Le Pen eine Umbenennung vor. Der Name weckt jedoch Erinnerungen an eine rechtsextreme Partei aus den Zeiten des Vichy-Regimes.

Die französische Front National soll künftig "Rassemblement National" heißen. Diesen neuen Namen schlug die Vorsitzende Marine Le Pen am Sonntag auf dem Parteitag im nordfranzösischen Lille vor. Die Umbenennung will Le Pen noch von der Basis bestätigen lassen.

Der Name lässt sich in etwa mit "Nationale Vereinigung" übersetzen. Er hat aber auch einen militärischen Anklang und bedeutet in diesem Kontext so viel wie "Aufmarsch". Mit der Umbenennung will Le Pen den Kurs der "Entdämonisierung" ihrer Partei vorantreiben und sie mit Blick auf die Europawahl im kommenden Jahr für Bündnisse öffnen.

Geschichtlich gesehen ist die Namensänderung vorbelastet. Le Pens Namensvorschlag weckt Erinnerungen an "Rassemblement National Populaire", eine 1941 gegründet rechtsextreme Partei, die unter dem Vichy-Regime mit den nationalsozialistischen Besatzern kollaborierte. Roland Gaucher, einer der Mitbegründer der Front National, war während des Krieges einer der Anführer der Jugendbewegung der RNP. Nach der Befreiung Frankreichs saß er aufgrund seiner Kollaboration mit den Nationalsozialisten fünf Jahre lang im Gefängnis.

Le Pen "einstimmig" als Parteivorsitzende wiedergewählt

Ungeachtet dessen verordnet Marine Le Pen ihrer Partei ihrer Partei damit einen Neustart. Zehn Monate nach ihrer Niederlage bei der Präsidentschaftswahl gegen den Sozialliberalen Emmanuel Macron ließ sie sich auf dem Parteitag "einstimmig" als Vorsitzende wiederwählen. Das Amt hatte sie 2011 von ihrem Vater Jean-Marie Le Pen übernommen. Einen Gegenkandidaten gab es nicht, die schriftliche Wahl wurde zudem nicht notariell beglaubigt.

"Krempeln wir die Ärmel hoch, wir machen uns erneut daran, den Sieg zu erringen", rief Le Pen ihren Anhängern in Lille zu. Die rund 1500 Teilnehmer des "Parteitags für eine neue Front" dankten ihr mit Standing Ovations.

Mit ihrer Wiederwahl fegt die frühere Anwältin monatelange Spekulationen beiseite, sie sei nach ihrer Wahlniederlage gegen den Sozialliberalen Emmanuel Macron vor zehn Monaten nicht mehr für die Parteispitze geeignet.

Die Teilnehmer besiegelten zudem Marine Le Pens Wunsch nach einem endgültigen Bruch mit ihrem Vater Jean-Marie Le Pen. Fast 80 Prozent der Teilnehmer stimmten für neue Statuten, mit denen das Amt des Ehrenvorsitzenden abgeschafft wird, das er zuletzt noch innehatte.

Marine Le Pen hatte ihren Vater 2015 aus der Front National ausgeschlossen, die er 1972 gegründet hatte und der er fast vier Jahrzehnte vorstand. Grund waren wiederholte rechtsextreme Ausfälle - allen voran seine Aussage, die Gaskammern der Nazis seien ein "Detail" der Geschichte des Zweiten Weltkriegs.

Steve Bannon als Gastredner

Die FN-Mitglieder bestätigten zudem den EU- und fremdenfeindlichen Kurs von Marine Le Pen. Sie sprachen sich mit großer Mehrheit für ein Referendum für einen EU-Austritt nach britischem Vorbild aus, für einen Abschied vom Euro und für eine Grenzschließung. Rund 98 Prozent befürworten zudem Le Pens Plan, "die Einwanderung drastisch zu begrenzen".

Als Gast bei dem Parteitag der Rechtspopulisten trat der frühere Chefstratege von US-Präsident Donald Trump, Steve Bannon, auf. Er warb um eine weltweite ultrarechte Bewegung gegen das politische "Establishment" und gegen die Presse, die von den Regierungen "wie ein Hund an der Leine" geführt werde.

"Die Geschichte ist auf unserer Seite und wird uns von Sieg zu Sieg führen", rief er den jubelnden FN-Anhängern zu. Bannon hatte sich vergangene Woche bereits mit AfD-Fraktionschefin Alice Weidel getroffen sowie in Italien den Wahlsieg rechtspopulistischer und rechtsextremer Parteien beobachtet. (mit AFP)

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