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Alice Weidel und Alexander Gauland im Bundestag Foto: Ralf Hirschberger/dpa
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Vor Bundesparteitag in Augsburg Hoteliers laden AfD-Politiker aus

Weil Alexander Gauland und Alice Weidel den "Grundwerten einer weltoffenen Gesellschaft widersprechen", hat eine Hotelkette die AfD-Politiker ausgeladen. Die Partei reagiert empört.

Wenige Wochen vor dem AfD-Bundesparteitag haben zwei Hotels in Augsburg Übernachtungen von Politikern der rechtspopulistischen Partei storniert. Die Hotels "Holiday Inn Express" und "Drei Mohren" hätten die Buchungen storniert, berichteten die Zeitungen "Welt" und "Augsburger Allgemeine" (Freitagausgaben).

Betroffen von der Absage des "Holiday Inn Express" seien auch Mitglieder des AfD-Bundesvorstands, berichtete die "Welt" unter Berufung auf Parteiangaben. Darunter befänden sich Partei- und Bundestagsfraktionschef Alexander Gauland, Fraktionschefin Alice Weidel, Fraktionsvize Beatrix von Storch sowie die Vize-Parteichefs Albrecht Glaser und Kay Gottschalk. Auch dem Brandenburger AfD-Landeschef Andreas Kalbitz und dem Brandenburger Landtagsabgeordneten Steffen Königer sei der Aufenthalt verwehrt worden, meldete die Zeitung.

Schon in der Vergangenheit habe man Gäste abgewiesen, "die unseren Grundwerten einer weltoffenen Gesellschaft und einem fairen Miteinander widersprechen", begründete Michael Friedrich, Geschäftsführer der Success Hotel Management GmbH, die das "Holiday Inn Express" betreibt, die Absage gegenüber der "Welt".

AfD spricht von "glattem Vertragsbruch"

Eine Sprecherin der Hotelkette Steigenberger, zu der das "Drei Mohren" gehört, nannte auf Anfrage der "Augsburger Allgemeinen" Sicherheitsbedenken als Grund für die Absage: Gewaltbereite Linksautonome hätten zu Krawallen aufgerufen.

Die betroffenen AfD-Politiker zeigten sich empört über die Stornierungen. "Es ist besorgniserregend und spricht für ein gesellschaftlich vergiftetes Klima, wenn Mitgliedern einer demokratischen Partei die Übernachtung in einem Hotel verwehrt wird", sagte Bundesvize Gottschalk der "Welt". Ralph Weber, AfD-Landtagsabgeordneter in Mecklenburg-Vorpommern, bezeichnete die plötzlich Stornierung der Buchung als "glatten Vertragsbruch".

Der AfD-Parteitag ist vom 30. Juni bis 1. Juli in Augsburg geplant. Die Polizei bereitet sich auf einen der größten Einsätze ihrer Geschichte vor, rund 2.000 zusätzliche Beamte werden wegen des Parteitags im Einsatz sein. Zu mehreren Demonstrationen sind Tausende Teilnehmer angemeldet, im Internet wurde zuvor zu Krawall aufgerufen.

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