Zum Corona-Überblick: Alle Zahlen zu SARS-CoV-2 in Deutschland
Das Auswärtige Amt rät vor Reisen nach Nordspanien ab. Die Balearen sind jedoch nicht betroffen. Foto: dpa / Joan Mateu
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Urlaub 2020 So entwickelt sich die Corona-Situation in den Reiseländern

Coronatests für Rückkehrer aus Risikogebieten sind nun Pflicht. Doch die Zahlen steigen auch in anderen Urlaubsregionen. Muss die Regelung überdacht werden?

Reisen gelten derzeit als einer der größten Risikofaktoren, die eine zweite Welle in der Corona-Pandemie in Deutschland entfachen könnten. Bilder von Feierenden am Ballermann auf Mallorca und dem Goldstrand in Bulgarien weckten Erinnerungen an Ischgl, den bei Deutschen beliebten Skiort, der zu Beginn der Coronakrise als Infektions-Hotspot traurige Berühmtheit erlangte.

Um ähnliche Szenarien zu vermeiden und den Vorsprung, den Deutschland sich im Umgang mit der Corona-Pandemie erkämpfte, nicht zunichte zu machen, beschlossen die Gesundheitsminister der Länder freiwillige Tests für Reiserückkehrer an Flughäfen. Doch die Freiwilligkeit war unter anderem dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder nicht genug.

Am Montag sagte der als neuer Kanzlerkandidat gehandelte Franke bei einer Pressekonferenz: „Meine Sorge ist nicht, dass es ein großes Ischgl gibt, sondern viele Mini-Ischgls". Noch am selben Tag verkündete Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Coronatests würden für Rückkehrer aus Risikogebieten (laut Robert-Koch-Institut) verpflichtend. Eine Ausweitung auf Nicht-Risikoländer schloss der Minister aus.

Doch wie sinnvoll ist diese Regelung? Viele der beliebtesten Reiseziele der Deutschen liegen in der EU und sind deshalb nicht als Risikogebiete eingestuft – doch wie entwickelt sich dort momentan das Infektionsgeschehen? Und wäre es mit Blick darauf nicht notwendig, die Testpflicht auszuweiten?

Wie viele Risiko-Rückkehrer kommen in den Bundesländern an?

Die Zahl der deutschen Reiserückkehrer aus Risikogebieten kann derzeit nur geschätzt werden. Besonders viele Rückkehrer aus Risikogebieten erwartet der Frankfurter Flughafen. „Es muss mit einer hohen vier-, je nach weiterer Entwicklung auch fünfstelligen Zahl an Personen pro Tag gerechnet werden.", teilte das hessische Sozialministerium dem Tagesspiegel mit.

Auch der Flughafen Stuttgart wird relativ viele Risiko-Rückkehrer empfangen, man rechnet dort mit durchschnittlich 1.000 Rückkehrern pro Tag, am Flughafen Baden-Airpark für die Region Karlsruhe/ Baden-Baden werden demnächst zwischen 1.000 und 1.500 Menschen aus Risikogebieten pro Woche erwartet.

Nordrhein-Westfalen erwartet an seinen drei Flughäfen derzeit wöchentlich mehr als 160 Flugzeuge aus Risikoländern mit voraussichtlich mehr als 15.000 Passagieren. Heruntergerechnet entspricht das ungefähr 500 Menschen pro Tag.

An den Berliner Flughäfen Schönefeld und Tegel landeten bisher jeweils rund 2.000 Passagiere aus Risikogebieten. Am Flughafen Hannover in Niedersachsen werden rund 10.000 Passagiere pro Monat, also rund 330 pro Tag erwartet. Der Flughafen Osnabrück, der in NRW liegt, aber auch von Passagieren aus dem benachbarten Niedersachsen genutzt wird, bietet Flüge in die Türkei an, womit noch einmal 1000 Rückkehrer im Monat hinzukommen.

In Bremen wird die Zahl der Rückkehrer auf etwa 1000 pro Woche geschätzt. Das sächsische Gesundheitsministerium teilte auf Tagesspiegel-Anfrage mit: „Entsprechend einer Abfrage der Gesundheitsämter sind bislang zwischen 45 bis zu 484 Reiserückkehrer aus Risikogebieten in den Landkreisen zu verzeichnen."

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Ein bayerischer Ministeriumssprecher teilte dazu auf Tagesspiegel-Anfrage mit: „Der Flughafen München rechnet nach aktuellem Stand für die Monate August und September mit einem Richtwert von täglich rund 4.000 ankommenden Passagieren aus Risikogebieten. Für den Flughafen Nürnberg liegt der Schätzwert bei 1.000 bis 1.500 Passagieren. In einer ähnlichen Größenordnung belaufen sich auch die Schätzungen am Flughafen Memmingen.“ Damit sind es in dem Bundesland insgesamt 7.000 Rückkehrer täglich.

In den Bundesländern Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und dem Saarland werden derzeit keine Flüge in Risikogebiete angeboten. Die Gesundheitsbehörde in Rheinland-Pfalz konnte auf Tagesspiegel-Anfrage keine Zahlen nennen. Die zuständige Behörde in Hamburg hat vor Redaktionsschluss nicht auf die Tagesspiegel-Anfrage geantwortet.

Wie sind die Infektionszahlen in den beliebtesten Urlaubsländern der Deutschen?

Spanien: Der Reiseanalyse des Deutschen Reiseverbands zufolge ist Spanien das bei weitem beliebteste Reiseland der Deutschen. Seit Dienstag rät das Auswärtige Amt jedoch von touristischen Reisen in den Norden des Landes ab. Betroffen von der Reisewarnung sind die Regionen Katalonien, Aragón und Navarra – und somit auch die beliebten Reiseziele Barcelona, die Costa Brava sowie der in Spanien liegende Teil der Pyrenäen.

Betroffen von der Reisewarnung des Auswärtigen Amtes ist auch Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona. Foto: dpa / Thiago Prudencio Vergrößern
Betroffen von der Reisewarnung des Auswärtigen Amtes ist auch Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona. © dpa / Thiago Prudencio

Der katalanische Regionalpräsident Quim Torra hatte am Montag vor einem neuen Lockdown gewarnt: „Die Lage ist kritisch". Gleichwohl bedauerte die katalanische Regionalregierung die Entscheidung des Auswärtigen Amts. Die Regionalregierung handle verantwortungsvoll und bemühe sich, Leben zu schützen. Aus der Region Aragon kamen Rufe, die spanische Außenministerin Arancha Gonzalez Laya solle sich offiziell beschweren.

Nicht von der Reisewarnung betroffen sind hingegen die Balearen, also die Inseln Mallorca, Menorca und Ibiza, oder südlicher gelegene Urlaubsgebiete auf dem Festland.

Insgesamt verzeichnet Spanien momentan knapp 272.500 nachgewiesene Infektionen und über 28.000 Tote. Damit ist Spanien eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder in Europa.

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Nachdem die Lage zunächst unter Kontrolle schien, steigen die Zahlen seit einigen Wochen wieder stark und die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus werden wieder verschärft. Vergangenen Freitag verzeichnete das spanische Gesundheitsministerium 922 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden.

Madrids Regionalpräsidentin Isabel Diaz Ayuso kündigte am Dienstag eine umfassende Ausweitung der Maskenpflicht an. Bars müssen um ein Uhr morgens schließen, auf Restaurantterrassen dürfen sich höchsten zehn Personen gleichzeitig aufhalten.

Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Spanien. Die Entscheidung Deutschlands ist für die Branche ein weiterer Rückschlag, nachdem am Wochenende bereits Großbritannien überraschend eine zweiwöchige Quarantäne für alle Reisenden aus Spanien angeordnet hatte. Allein die britische Entscheidung könnte die spanische Tourismusindustrie zehn Milliarden Euro kosten, warnte der Branchenverband Cehat.

Italien: Vor Reisen nach Italien wird derzeit nicht gewarnt, weder vom Auswärtigen Amt noch vom Robert-Koch-Institut (RKI). Zu Beginn der Pandemie war das Land stark von der Pandemie betroffen, mittlerweile hat sich die Lage aber verbessert. Der nationale Notstand wurde am Dienstag bis Oktober verlängert, doch eine Quarantänepflicht bei Einreise besteht seit Anfang Juni 2020 nicht mehr.

Die Zahl der Touristen in Italiens Hauptstadt ist derzeit relativ niedrig, auch, wenn das am Trevi-Brunnen nicht so aussieht. Foto: dpa / Petra Kaminsky Vergrößern
Die Zahl der Touristen in Italiens Hauptstadt ist derzeit relativ niedrig, auch, wenn das am Trevi-Brunnen nicht so aussieht. © dpa / Petra Kaminsky

Derzeit sind in Italien über 246.000 Infizierte gemeldet worden, davon sind über 35.000 in Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben. Die Zahl der Neuinfektionen ist seit Ende Juni relativ konstant und hat seit dem 25. Juni die Marke von 300 Neuinfektionen pro Tag nur einmal überschritten.

Innerhalb des Landes können sich Reisende ungehindert fortbewegen. In Geschäften, Zügen oder anderen geschlossenen Räumen gilt bis mindestens 31. Juli Maskenpflicht. An Stränden müssen Distanzregeln eingehalten werden - was teils aber nicht richtig gelingt.

An Seen im Inland bleiben Bäder aber unter der Woche teils sehr leer. In den Bars und Restaurants haben viele Wirte ihre Tische fast komplett nach draußen gestellt. Manchmal gibt es zusätzlich eine Plexiglas-Abtrennung zum nächsten Tisch. Vorherige Reservierungen sind erwünscht, aber kein Muss.

Türkei: Die Türkei, das drittbeliebteste Urlaubsland der Deutschen, gilt als Risikogebiet. Das Auswärtige Amt hat bis zum 31. August eine Reisewarnung ausgesprochen, eine vorzeitige Aufhebung der Reisewarnung ist unwahrscheinlich. Auch, wenn die Türkei das Gegenteil hofft. Der Vorstandchef von Tui, Fritz Joussen, hatte sich am Wochenende ebenfalls für eine Lockerung der Reisewarnung ausgesprochen.

Es gehe um „sehr weitläufige Urlaubsresorts“, nicht um die Städte. Joussen erinnerte daran, dass auch die Lockerungen für Mallorca schrittweise kamen: „Reisen nach Mallorca hat die Tourismusbranche auch mit einigen tausend Urlaubern in einem Pilotprojekt gestartet, bevor es allgemein in Spanien wieder losging.“

Nach der Einreise aus Deutschland in die Türkei gibt es keine Quarantänepflicht mehr. Am Flughafen wird aber die Temperatur gemessen. Bei Symptomen kann ein Corona-Test durchgeführt werden - das türkische Gesundheitsministerium entscheidet dann über das weitere Vorgehen.

An den Stränden gilt ein Sicherheitsabstand, am Pool gibt es nur abgepackte Handtücher, in Flughäfen und Hotels werden Wärmebildkameras eingesetzt. Die Regierung hat ein Zertifikationsprogramm für Gastronomen und Hotels entwickelt. Auch deutsche Firmen stellen Inspektoren.

Strandliegen und Sonnenschirme stehen am Strand an einer Hotelanlage in Antalya leer. Foto: Mirjam Schmitt/dpa Vergrößern
Strandliegen und Sonnenschirme stehen am Strand an einer Hotelanlage in Antalya leer. © Mirjam Schmitt/dpa

In der Türkei wurden aktuell über 227.000 Infizierte verzeichnet, rund 5.600 davon sind an oder in Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Am Montag hatten sich 919 Menschen neu mit dem Virus infiziert. Die Zahl der Neuinfektionen liegt seit Anfang Juli ungefähr zwischen 1.200 und 900 Menschen pro Tag.

Österreich: Das deutsche Nachbarland Österreich erlebt derzeit einen herben Rückschlag in der Corona-Pandemie. Mitten in der Hochsaison hat sich der besonders bei Deutschen beliebte Urlaubsort St. Wolfgang am Wolfgangsee zum Corona-Hotspot entwickelt. 62 Menschen haben sich dort infiziert, ausgegangen ist die Infektion aktuellen Erkenntnissen zufolge von jungen Saisonmitarbeitern in der Gastronomie, die das Virus unter anderem in Bars verbreitet haben.

Betroffen sind der oberösterreichischen Gesundheitsministerin Christine Haberlander zufolge 17 Betriebe, die Sperrstunde wurde auf 23 Uhr vorverlegt.

St. Wolfgang ist besonders bei deutschen Touristen beliebt. Foto: REUTERS / Leonhard Foeger Vergrößern
St. Wolfgang ist besonders bei deutschen Touristen beliebt. © REUTERS / Leonhard Foeger

Die Schlagzeilen bedrohen das Geschäft. Bereits im Juni ging die Zahl der Übernachtungen von Deutschen laut Statistik Austria um 65 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zurück – und deutsche Urlauber gelten als die wichtigste Gästegruppe.

Dabei hatte die Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) Anfang Juli die sogenannte Initiative „Sichere Gastfreundschaft“ ins Leben gerufen, der Bund stellte dafür 150 Millionen Euro zur Verfügung. Das Konzept: In Österreich sollten sich alle Tourismusmitarbeiter mit Gästekontakt freiwillig fast fortlaufend auf das Coronavirus testen lassen.

31.000 Mitarbeiter hätten sich dafür inzwischen angemeldet, hieß es aus dem Tourismusministerium am Dienstag. Die Zahl der Tests sei inzwischen dank zuletzt sehr dynamischer Entwicklung auf nun 20.000 gestiegen. Ursprünglich waren wöchentlich 65.000 Tests erhofft worden.

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Es zeigt sich, dass die Umsetzung der Initiative schwieriger ist als gedacht. Viele Hoteliers und Gastwirte scheuten bisher das Risiko eines positiven Tests - und seine Folgen. Denn Kontaktpersonen eines Corona-Falls droht eine 14-tägige Quarantäne. „Das hindert die Betriebe massiv daran, an den Testungen teilzunehmen“, sagt ein Hotelfachmann aus Oberösterreich der Zeitung „Kurier“ (Dienstag). Das könne den ganzen Betrieb lahmlegen.

Österreich verzeichnet derzeit über 20.600 registrierte Fälle, 713 Menschen sind dort bereits an den Folgen der Coronavirusinfektion verstorben. Die Zahl der Neuinfektionen lag am Montag bei 86, seit Anfang Juli stecken sich wieder mehr Menschen an als noch in den zwei Monaten zuvor. Und doch steht Österreich nicht auf der Liste der Risikogebiete.

Peter Dabrock, ehemaliger Vorsitzender des Deutschen Ethikrates hinterfragt die Risikodefinition des RKI. Foto: Axel Schmidt/Reuters-Pool/dpa Vergrößern
Peter Dabrock, ehemaliger Vorsitzender des Deutschen Ethikrates hinterfragt die Risikodefinition des RKI. © Axel Schmidt/Reuters-Pool/dpa

Der frühere Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Peter Dabrock, sieht zunächst die Frage der Definition von „Risiko“. Ist es zum Beispiel tatsächlich ein höheres Risiko, in eine relativ abgeschiedene Region in Luxemburg – dem einzigen EU-Land, das zu den Risikogebieten gehört – zu reisen als an den Wolfgangsee mit seinem aktuellen Corona-Ausbruch? Das Robert-Koch-Institut gibt an, dass die Übersicht immer den aktuellen Entwicklungen angepasst werde. Es bleibt also abzuwarten.

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Griechenland: Griechenland ist von der Corona-Pandemie im europäischen Vergleich aktuell relativ wenig betroffen. Seit Beginn der Pandemie wurden knapp 4200 Infektionsfälle registriert, 202 Menschen starben. Dennoch: Mit dem Beginn der Tourismussaison verzeichnete das Land einen deutlichen Anstieg bei den Infektionsfällen. Deshalb führte Griechenland wieder eine allgemeine Maskenpflicht in Geschäften, öffentlichen Verkehrsmitteln und anderen geschlossenen Räumen ein.

So seien seit der Wiederöffnung der Grenzen für Touristen am 1. Juli mehr als 340 Infektionen bei Urlaubern festgestellt worden, sagte Zivilschutzminister Nikos Hardalias. Insgesamt reisten in den vergangenen zwei Monaten demnach rund 1,3 Millionen Touristen ein. Die griechische Wirtschaft hängt zu einem Viertel vom Tourismus ab.

Touristen und Einheimische mit Maultieren stehen am Hafen der Insel Hydra, 65 Kilometer südwestlich von Athen entfernt. Foto: dpa / Angelos Tzortzinis Vergrößern
Touristen und Einheimische mit Maultieren stehen am Hafen der Insel Hydra, 65 Kilometer südwestlich von Athen entfernt. © dpa / Angelos Tzortzinis

Trotz der anhaltenden Pandemie kündigte das griechische Tourismusministerium am Dienstag an, sechs Häfen wieder für Kreuzfahrtschiffe zu öffnen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur ANA unter Berufung auf einen Brief von Tourismusminister Harry Theoharis an mehrere Reiseunternehmen berichtete, dürfen ab Samstag wieder Kreuzfahrschiffe in Piräus, Rhodos, Heraklion, Volos, Korfu und Katakolo anlegen.

Kreuzfahrtschiffe gehörten zu den ersten Infektionsherden der Corona-Pandemie. Wegen eines weltweiten Anlegeverbots befanden sich zeitweise zahlreiche Kreuzfahrtschiffe auf Irrfahrt.

Frankreich: Mit über 220.000 registrierten Infektionen ist Frankreich europaweit recht stark von der Corona-Pandemie betroffen. Von den Infizierten sind bisher über 30.200 Menschen an den Folgen der Erkrankung gestorben. In den vergangenen Tagen infizierten sich rund 850 Menschen neu mit dem Virus. Durchschnittlich sind das damit mehr Neuinfektionen als die durchschnittlich 677 Fälle pro Tag seit Monatsbeginn.

Deutsche Touristen können aber weiterhin ohne Probleme nach Frankreich einreisen, spezielle Unterlagen sind nicht nötig.

Europas meistbesuchter Freizeitpark wird nach vier Monaten wieder teilweise für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Foto: Damon Smith/PA Wire/dpa Vergrößern
Europas meistbesuchter Freizeitpark wird nach vier Monaten wieder teilweise für Besucherinnen und Besucher geöffnet. © Damon Smith/PA Wire/dpa

In öffentlichen Verkehrsmitteln und öffentlichen geschlossenen Räumen wie beispielsweise Geschäften und Markthallen gilt eine Maskenpflicht. In Paris haben Museen und Sehenswürdigkeiten geöffnet, das Disneyland in der Nähe der französischen Hauptstadt empfängt wieder Besucher. Tickets für viele Sehenswürdigkeiten sind begrenzt, damit Besucher genügend Abstand halten können.

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Kroatien: Die Einreise in das EU-Land auf dem Westbalkan ist aus Deutschland seit Anfang Juni und seit dem 10. Juli aus allen Ländern der Europäischen Union möglich. Die Reisenden müssen an der Grenze nur erklären, wo sie sich aufhalten werden und wie sie erreichbar sind. Damit sollen sie gefunden werden können, wenn es in ihrer Umgebung neue Corona-Infektionen gibt.

An den Stränden gelten Abstandsregeln, eine Überbelegung soll verhindert werden. In Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln gilt seit dem 13. Juli wieder Maskenpflicht.

Im Juli sind rund zwei Millionen Touristen in das Land gereist – etwa die Hälfte weniger als im Juli 2019, wie das kroatische Tourismusamt am Montag mitteilte. Die meisten Urlauber in Kroatien kommen den Angaben zufolge aus Deutschland, Slowenien und Polen.

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Insgesamt haben sich mehr als 4.900 Menschen in Kroatien mit dem Coronavirus infiziert, 140 Menschen starben. An der Zahl der Neuinfektionen kann man erkennen, dass sich seit Juni, also mit Beginn der Reiselockerungen, eine zweite Infektionswelle in Kroatien ausgebreitet hat. Zwischenzeitlich stieg der Wert auf 140 Neuinfektionen pro Tag – so viele wie noch nie im Land seit Ausbruch des Virus. Am Montag lag die Zahl der Neuinfektionen bei 24, am Sonntag bei 65.

Bulgarien: Die Zahl der registrierten Infektionen liegt in Bulgarien momentan bei über 10.600, davon sind 347 Menschen an dem Virus gestorben. Die Quarantänepflicht für Reisende aus der EU wurde Mitte Juli aber aufgehoben – trotz der zuletzt steigenden Neuinfektionen. Am 22. Juli erreichte Bulgarien den Höchstwert von 330 neuen Ansteckungen innerhalb von 24 Stunden.

Bei der Einreise ist ein Einreiseformular mit Kontaktdaten auszufüllen, das am Flughafen oder den entsprechenden Grenzstellen erhältlich ist. Als Hotspots gelten derzeit besonders die Hauptstadt Sofia und der Urlaubsort Varna.

Die verlassene Steinküste des Badeorts Tyulenovo an der nördlichen bulgarischen Schwarzmeerküste. Foto: REUTERS/Desislava Gicheva Vergrößern
Die verlassene Steinküste des Badeorts Tyulenovo an der nördlichen bulgarischen Schwarzmeerküste. © REUTERS/Desislava Gicheva

Aufgrund der steigenden Zahlen hat Italien Ende vergangener Woche eine Quarantäne-Pflicht für Reisende aus Bulgarien wiedereingeführt. Auch in Österreich wird Bulgarien seit jüngster Zeit als Risikogebiet eingestuft, Einreisende müssen für zehn Tage in Quarantäne oder einen aktuellen PCR-Test vorlegen.

Der Tourismussektor, der besonders im Osten des Landes einen großen Teil des Bruttoinlandsprodukts ausmacht, ist von der Corona-Pandemie schwer angeschlagen. Deswegen erließ die bulgarische Regierung am Montag ein neues Hilfspaket, das unter anderem Reiseunternehmen im Land subventionieren soll. (mit Reuters, dpa, KNA, AFP)

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