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Alexander Lukaschenko, Präsident von Belarus Andrei Stasevich/BelTA/AP/dpa
© Andrei Stasevich/BelTA/AP/dpa

Umsturzversuche in Belarus? Putin und Biden sprechen über geplantes Attentat auf Lukaschenko

Präsident Alexander Lukaschenko konnte nach eigenen Angaben einen „Putschversuch“ vereiteln. Er wirft der USA vor, hinter der Planungen zu stecken.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat nach Angaben aus Moskau seinen US-Kollegen Joe Biden bei einem Telefonat über ein vereiteltes Attentat auf den Machthaber von Belarus, Alexander Lukaschenko, informiert. Das bestätigte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag der Agentur Interfax zufolge.

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Wie der belarussische Geheimdienst KGB am Freitagabend mitteilte, wurden in Moskau vom russischen Geheimdienst FSB zwei Belarussen festgenommen, der Politikwissenschaftler Alexander Feduto und der Anwalt Juri Senkowitsch, der auch die US-Staatsbürgerschaft hat. Zu den Angaben Lukaschenkos lagen zunächst keine Äußerungen der Regierungen in Washington und Moskau vor.

Nach Darstellung Lukaschenkos sollen etwa ausländische Geheimdienste hinter dem geplanten Umsturz stecken, bei dem er und seine Familie umgebracht werden sollten. Putin und Biden hatten vor gut einer Woche miteinander telefoniert.

In einem vom belarussischen Präsidialamt verbreiteten Video machte Lukaschenko „wahrscheinlich die CIA und den FBI“ aus den USA, dafür verantwortlich. Die belarussischen Geheimdienste hatte zuvor mitgeteilt, sie hätten bei einem „Sondereinsatz“ eine „Gruppe mit terroristischer Ausrichtung“ zerschlagen, die mit „gewalttätigen Mitteln die Macht ergreifen“ wollte. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Oppositionsführerin sieht „Provokation der russischen und belarussischen Sicherheitskräfte“

Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja erklärte aus ihrem Exil in Litauen, bei den von den belarussischen Behörden gemeldeten Vorfällen handle es sich um eine „Provokation der russischen und belarussischen Sicherheitskräfte“, in die auch Bürger von Belarus und aus den USA verwickelt worden seien.

Lukaschenko hatte immer wieder Angst in der Bevölkerung geschürt und der Opposition vorgeworfen, einen gewaltsamen Umsturz zu planen. Mit Blick auf die Massenproteste gegen ihn hatte er auch mal gesagt, es sei eine Revolution wie im Nachbarland Ukraine verhindert worden.

EU erkennt Lukaschenko nicht als Präsidenten an

Nach der weithin als gefälscht geltenden Präsidentenwahl im August vergangenen Jahres hatten zeitweise Hunderttausende Menschen den Rücktritt Lukaschenkos und Neuwahlen gefordert. Die EU erkennt Lukaschenko nicht als Präsidenten an. Er stützt sich aber nach wie vor auf Russland als wichtigsten Verbündeten.

Lukaschenko ist bereits seit 26 Jahren an der Macht. Bei der vergangenen Wahl im August 2020 ließ er sich erneut zum Sieger erklären. Die Opposition dagegen sieht Swetlana Tichanowskaja als Gewinnerin. Der Machtapparat geht immer wieder brutal gegen Demonstranten vor – dabei gab es bereits Tote, Hunderte Verletzte und Zehntausende Festnahmen. (dpa)

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