Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und US-Präsident Donald Trump bei einem Treffen im Mai 2017 in Jerusalem. Foto: Matty Stern/Planet Pix via ZUMA Wire/dpa
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Trump unterstützt Netanjahu Was der USA-Iran-Konflikt mit Israel zu tun hat

Iran wird mächtiger, Israel fühlt sich zunehmend bedroht. Ministerpräsident Netanjahu braucht einen neuen starken Freund an seiner Seite. Ein Zwischenruf.

Man sagt ja so gern: Alles hängt mit allem zusammen. In diesem Fall stimmt es sogar. Dass die USA, genauer: die Trump-Administration, sich mit dem Iran angelegt, hat auch mit dem extrem guten Verhältnis zwischen dem amerikanischen Präsidenten und Israels wiedergewähltem Premierminister Benjamin Netanjahu zu tun. Der rühmt sich dessen, was ihm im zurückliegenden Wahlkampf durchaus von Nutzen gewesen sein dürfte.

Die Verbindungen sind ja traditionell eng, geradezu familiär. Donald Trump hat seinerseits schon mehrmals klargemacht, dass er jede Bedrohung des jüdischen Staats auch als eine für seinen ansieht. Die Entsendung eines Flugzeugträgers in die Region ist insoweit der äußere Ausdruck dieser Haltung.

Trump wird außerdem alles daran setzen, ihr über seine Zeit hinaus Geltung zu verschaffen. Eine Rückkehr zu gelockerten Banden wie unter seinem demokratischen Vorgänger Barack Obama wäre für Israel auch deshalb bedrohlich, weil die Staatsbevölkerung kontinuierlich wächst und einige Nachbarn das entsprechend mit großem Argwohn verfolgen.

Umstrittene Siedlungspolitik

Nach Angaben des statistische Zentralbüros am Vorabend des 71. Unabhängigkeitstages leben heute 9,01 Millionen Menschen in Israel, das sind zwei Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Zum 100. Unabhängigkeitstag wird mit 15,2 Millionen gerechnet. Zum Vergleich: Bei der Staatsgründung waren es 806.000 Menschen.

Die international höchst umstrittene Siedlungspolitik wird von staatlichen Stellen darum auch mit dem starken Bevölkerungszuwachs erklärt – der aber eben in diesem Maß auch zunehmende politische Folgen haben kann. Israel, nicht nur von Freunden umzingelt, braucht einen starken Freund an seiner Seite. Den sieht nicht allein Netanjahu in den USA und in Trump. Allzumal mit dem Iran in unmittelbarer Nähe ein erklärter Feind immer mächtiger wird.

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