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Ein Mann flieht aus einem Dorf in der Nähe von Tizi Ouzou, etwa 100 km östlich von Algier. Foto: Fateh Guidoum/dpa
© Fateh Guidoum/dpa

Tote bei Waldbränden in Algerien Bewohner fliehen vor den Flammen

Während sich die Lage in Griechenland leicht entspannt, wüten in Algerien schwere Waldbrände. Die Regierung vermutet Brandstiftung, es gibt mindestens 65 Tote.

Bei schweren Waldbränden in Algerien sind mindesten 65 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Opfern sind 28 Soldaten, die bei Rettungseinsätzen starben, wie Präsident Abdelmadjid Tebboune am Dienstag mitteilte. Im Norden des Landes brachen nach Regierungsangaben mehr als 70 Feuer aus.

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Feuer seien "krimineller Natur"

Die meisten Brände wüteten in der Kabylei, einer stark bewaldeten und dicht besiedelten Bergregion östlich der Hauptstadt Algier. In Online-Netzwerken veröffentlichte Videos zeigten Bewohner, die zu Fuß oder in Autos vor den Flammen fliehen.

Innenminister Beldjoud sagte bei seinem Besuch in Tizi Ouzou, die Feuer seien "krimineller Natur". Es sei "unmöglich, dass 50 Feuer gleichzeitig ausbrechen". Der staatliche Rundfunk meldete die Festnahme von drei mutmaßlichen Brandstiftern in Médéa im Norden Algeriens, wo es ebenfalls brannte. Ein weiterer Verdächtiger wurde demnach in Annaba in Gewahrsam genommen.

Die 25 Soldaten, die bei den Bränden ums Leben kamen, hätten bei ihrem Einsätzen zuvor rund hundert Menschen in Bejaïa und Tizi Ouzou vor dem Flammen gerettet, sagte Präsident Tebboune. 14 weitere Soldaten seien verletzt worden.

Die Waldbrände ereignen sich inmitten brütender Sommerhitze, die Wasserbestände werden knapp. Der wichtigste Staudamm der Region, Taksebt, ist praktisch ausgetrocknet. Der Wetterdienst sagte für Dienstag und Mittwoch Temperaturen von 42 Grad voraus. Auch das Nachbarland Tunesien leidet derzeit unter eine Hitzewelle. Nach Angaben der Wetterbehörde wurde am Dienstag in der Hauptstadt Tunis eine Rekordtemperatur von 48 Grad gemessen.

In Griechenland entspannt sich die Lage langsam

In Griechenland hat sich die Lage bei den Großbränden leicht entspannt. Auf der zweitgrößten griechischen Insel Euböa gab es am Mittwoch weiterhin viele, aber kleinere Brände. Weil die Rauchentwicklung nicht mehr so stark war, konnten die Löschflugzeuge und -hubschrauber am Morgen besser löschen, wie griechische Medien berichteten.

Noch am Dienstag waren in der Region 21 Dörfer evakuiert worden, weil die Flammen immer näher rückten. Einen Hoffnungsschimmer liefert nun das Wetter: Für den Abend sind auf der Insel Regenfälle angekündigt. Die Menschen hoffen, dass sie wirklich kommen und stark genug ausfallen.

Feuerwehrleute und Einwohner kämpfen im Norden der griechischen Insel Euböa Evia gegen ein Wiederaufleben des Feuers. Foto: imago/Vasilis Rebapis Vergrößern
Feuerwehrleute und Einwohner kämpfen im Norden der griechischen Insel Euböa Evia gegen ein Wiederaufleben des Feuers. © imago/Vasilis Rebapis

Auf der griechischen Halbinsel Peloponnes wütet das Feuer noch weiter, nur 60 Kilometer weiter südlich tobte in der Nacht zum Mittwoch eine rund zehn Kilometer lange Feuerfront. Doch auch hier hat sich die Lage leicht entspannt, wie der griechische Feuerwehrchef Stefanos Kolokouris dem Fernsehsender Skai sagte. Das liege nicht zuletzt an den vielen internationalen Helfern, auch deutsche Teams sind zur Brandbekämpfung in Patras, einer Hafenstadt der Halbinsel angekommen.

Fernsehbilder zeigten am Mittwochmorgen, wie die Rettungskräfte ihr Hauptquartier aufschlagen. Insgesamt werden laut griechischem Zivilschutz gut 220 Feuerwehrleute und Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks mit insgesamt 46 Fahrzeugen erwartet. Bereits 2007 waren deutsche Helfer bei katastrophalen Waldbränden auf dem Peloponnes im Einsatz, damals mit Löschhubschraubern der Polizei. In Griechenland kämpfen mittlerweile Rettungskräfte aus mehr als 20 Nationen gegen die Flammen. (dpa, afp)

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