Grünheide in Brandenburg. Hoffentlich hat Elon Musk dass nicht mit eine Verwechslung mit Brandenburg in Arizona verwechselt. Foto: Monika Skolimowska/dpa
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Tesla-Gigafactory bei Berlin Elon Musk sollte Schutzgebiete für Fledermäuse einrichten

Tesla baut in Grünheide, die Hauptstadt frohlockt. Will Elon Musk in Berlin akzeptiert werden, muss er allerdings seine Produktpalette ändern. Eine Glosse.

In Grünheide, Brandenburg, will die Firma Tesla eine Gigafactory für Elektroautos bauten. Viele sind irritiert, weil der Industrielle Elon Musk trotz der weltweit gefürchteten deutschen Bauzeiten damit rechnet, schon 2021 die Produktion aufnehmen zu können. Beobachter halten es für möglich, dass dem vielbeschäftigten Musk, einem bekennenden Kiffer, eine Verwechslung mit Brandenburg in Arizona unterlaufen ist.

Noch größer ist die Irritation darüber, dass die Berliner Regierung sich selbst für diese erfolgreiche Industrieansiedlung feiert. Politologen beteuern, dass Brandenburg überhaupt nicht zu Berlin gehöre. Außerdem hat Berlin selber mit Musk verhandelt und zwar erfolglos.

Der Vorgang ist extrem sonderbar. Es ist nicht mehr auszuschließen, dass die Berliner Regierung demnächst Hertha BSC zur Fußballmeisterschaft gratuliert und dies auf ihre erfolgreiche Sportpolitik zurückführt, obwohl ein völlig anderer Klub Meister geworden ist.

Die Senatorin Ramona Pop aber hat irritierenderweise erklärt, Berlin sei der „Innovationsmotor der Republik“. Möglicherweise liegt hier eine Verwechslung des Wortes „Innovation“ mit dem Wort „Insolvenz“ vor. Aber bei den Insolvenzen je Einwohner liegt Bremen vorn.

Naturschützer sind alarmiert

Das größte Problem aber scheint darin zu bestehen, dass ein Viertel des künftigen Fabrikgeländes mit Kiefern bewachsen ist. Eigentlich sollte man vermuten, dass Kiefern die in Brandenburg am wenigsten vom Aussterben bedrohten Pflanzen sind. Außerdem ist Musk bereit, die dreifache Fläche auf seine Kosten aufforsten zu lassen. Trotzdem sind Naturschützer alarmiert. Christiane Schröder von der Umweltorganisation „Nabu“ befürchtet, dass auf Musks Ersatzflächen bisher Landwirtschaft betrieben wird, auch da könnten Pflanzen betroffen sein. Der Widerstand gegen die Fabrik wäre dann allerdings ausgebremst, da man sich an Raps, im Gegensatz zu Kiefern, nicht anketten kann. Ein Gigahindernis für die Gigafabrik stellt auch die Fauna dar. „Mit Sicherheit gibt es da Fledermäuse“, sagte eine Nabu-Sprecherin im rbb-„Inforadio“.

Designzentrum nach Tegel locken

Ramona Pop will jetzt wenigstens das Tesla-Designzentrum zum Airport Tegel locken. Dabei wären doch, nach der Schließung, die dortigen Check-in-Hallen ein ideales Schutzgebiet für Fledermäuse. Tegel wäre dann auch, wie viele fordern, weiterhin für Flugverkehr geöffnet.

Fest steht, dass Tesla seine Produktpalette ändern muss, wenn es in Berlin akzeptiert werden will. Die Umweltorganisation BUND kritisiert ganz grundsätzlich, dass Tesla „Luxusautos“ herstellt, wenn auch mit Elektromotor. Die Lösung könnte meiner Meinung nach darin bestehen, dass Elon Musk für jedes Luxusauto drei Fledermausschutzgebiete einrichtet oder künftig Hanfbier produziert.

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