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Soldaten außerhalb von Lyssytschansk. Foto: IMAGO/ZUMA Wire
© IMAGO/ZUMA Wire

Tag 126 im Ukraine-Krieg Russlands nächste Ziele im Donbass

Die Nato wächst, bislang größter Gefangenenaustausch, Selenskyj will Russland zum Terrorstaat erklären lassen. Der Überblick am Abend.

Noch gestern Nacht gab es erste Meldungen in den sozialen Medien, dass die Ukraine mit Lyssytschansk den letzten von ihr kontrollierten Ort in der Region Luhansk aufgibt und die Stadt evakuiert. Nachweislich gab es auch heute noch Kämpfe, eine Einkesselung der Truppen wurde verhindert.

Aber dass die Ukraine die Stadt noch lange hält, gilt als unwahrscheinlich. Russland rückt auch hier unter flächendeckendem Artillerie- und Raketenfeuer vor allem aus dem Süden langsam vor. 

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Die Orte für die nächsten Kämpfe weiter westlich sind schon seit einigen Tagen in den Nachrichten: Sewersk, das rund 30 Kilometer von Lyssytschansk entfernt liegt. Dann kommen Slowjansk und Kramatorsk, weitere rund 50 Autokilometer westlich. Was auf den ersten Blick wie ein kurzer Weg scheint, ist in dieser Abnutzungsschlacht eine gewaltige Strecke. Zur Erinnerung: Russland hat für die Eroberung der ukrainisch gehaltenen Gebiete von Luhansk rund zwei Monate gebraucht. Im Kern handelte sich um eine Fläche von rund 20 Quadratkilometern. Das entspricht dem Berliner Stadtteil Friedrichshain-Kreuzberg.

Warum Moskaus Armee am Ende im Kampf um Luhansk erfolgreich war und was in den kommenden Wochen im Donbass droht, lesen Sie morgen auf tagesspiegel.de – und natürlich hier im Newsletter. 

DIE WICHTIGSTEN NACHRICHTEN DES TAGES IM ÜBERBLICK

  • Die Nato hat bei ihrem Gipfel der Ukraine weitere Unterstützung bei der Verteidigung gegen die russische Invasion zugesagt. Zudem soll die Ostflanke erweitert werden. Was das heißt, können Sie hier lesen.
  • Die Nato hat zudem offiziell das Verfahren zur Aufnahme von Finnland und Schweden gestartet. Erst am Vorabend hatte die Türkei ihre Blockade aufgegeben – im Gegenzug für Zugeständnisse der nordischen Länder.
  • Bei einem überraschenden Auftritt vor dem UN-Sicherheitsrat hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gefordert, Russland als „Terrorstaat“ zu bestrafen. Russland müsse aus dem Sicherheitsrat ausgeschlossen werden, sagte Selenskyj, der per Video zugeschaltet war. Mehr dazu lesen Sie hier.
  • Russland hat Norwegen wegen einer angeblichen Blockade der Versorgung russischer Bergarbeiter auf Spitzbergen mit Gegenmaßnahmen gedroht. Der norwegische Vertreter in Moskau sei deshalb ins Außenministerium einbestellt worden, erklärte das Ministerium. Mehr dazu in unserem Newsblog.
  • Syrien hat die ostukrainischen Separatistengebiete Luhansk und Donezk offiziell als unabhängige Staaten anerkannt. Das meldete die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana.
  • Bei dem bislang größten Gefangenenaustausch zwischen Russland und der Ukraine sind nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums 144 ukrainische Soldaten befreit worden. Darunter seien 95 Kämpfer aus dem Asow-Stahlwerk in Mariupol.
  • Bundesinnenministerin Nancy Faeser und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (beide SPD) wollen sich in der Ukraine mit den dortigen Amtskollegen über Integrationsperspektiven für Ukrainer in Deutschland austauschen. Der Besuch sei für Juli geplant, sagte Heil.
  • Norwegen hat der ukrainischen Armee die Lieferung von drei Mehrfachraketenwerfern zugesagt. „Wir müssen die Ukraine weiterhin unterstützen, damit sie ihren Kampf für Freiheit und Unabhängigkeit fortsetzen kann“, erklärte der norwegische Verteidigungsminister Björn Arild Gram.

HINTERGRUND UND ANALYSE

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