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Ein französisches U-Boot. Foto: dpa/Chief Petty Officer Joshua Karst/US Navy Office of Information via AP
© dpa/Chief Petty Officer Joshua Karst/US Navy Office of Information via AP

Streit über U-Boot-Deal Frankreich sagt Treffen mit britischem Verteidigungsminister ab

Paris sagt aus Ärger wegen des geplatzten U-Boot-Deals mit Australien ein Ministertreffen in London ab. Es sei „auf einen späteren Termin verschoben“ worden.

Wegen des Streits um den geplatzten Verkauf französischer U-Boote an Australien hat die französische Verteidigungsministerin Florence Parly ein Treffen mit ihrem britischen Kollegen Ben Wallace abgesagt. Die Begegnung sei „auf einen späteren Termin verschoben“ worden, sagte der Co-Vorsitzende des Franco-British Council, Peter Ricketts, wie die BBC und die Zeitung „Guardian“ am Montag berichteten.

Parly sollte im Rahmen eines Treffens der Organisation nach London reisen, auch ranghohe Militärs sollten an den Beratungen der beiden größten Militärmächte Westeuropas teilnehmen.

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Australien hatte im Zuge eines Dreierpakts mit den USA und Großbritannien den Bau atomgetriebener U-Boote vereinbart und dafür einen 56-Milliarden-Euro-Vertrag von 2016 mit Frankreich aufgekündigt.

Der britische Premierminister Boris Johnson versuchte, Frankreich zu beruhigen. London und Paris hätten eine „sehr freundliche Beziehung“, die „von äußerster Wichtigkeit“ sei, sagte er auf dem Flug zur UN-Generalversammlung in New York. „Unsere Liebe zu Frankreich ist unauslöschbar.“ Der Deal solle niemanden ausschließen.

Der australische Premierminister Scott Morrison betonte derweil am Sonntag, er bereue es nicht, den Deal mit Paris aufgekündigt zu haben. „Es ist verständlich, dass in diesem Fall die andere Partei, die an diesem Vertrag beteiligt war, gekränkt und enttäuscht ist. Das verstehe ich“, sagte er. Jedoch gingen die australischen Interessen vor. Er habe „tiefe und ernsthafte Bedenken“ gehabt, dass die französischen U-Boote nicht ausgereicht hätten, „um unsere souveränen Interessen zu schützen“, sagte Morrison.

Australiens stellvertretender Premierminister Barnaby Joyce verwies auf die Unterstützung, die sein Land Frankreich während dem Ersten und Zweiten Weltkrieg geleistet habe. Zehntausende Australier seien „entweder auf französischem Boden gefallen oder beim Schutz des französischen Bodens vor seinen Nachbarländern“. Australien habe es daher nicht nötig, Frankreich seine Zuneigung „zu beweisen“.

Frankreich hatte aus Ärger über den Dreierpakt sowie das Scheitern seines eigenen Milliardenvertrags seine Botschafter aus den USA und Australien zu Beratungen heimbeordert. Paris machte zudem deutlich, dass es das Vorgehen von Washington und London als Belastung der Nato und Herausforderung der EU empfindet.

Australien, die USA und Großbritannien verweisen bei ihren Plänen auf chinesische Expansionsbestrebungen im Indopazifik. US-Präsident Joe Biden hat die Rivalität mit China zum Top-Thema seiner Außenpolitik erklärt. In den kommenden Tagen ist ein Krisengespräch mit seinem Französischen Amtskollegen Emmanuel Macron geplant. (dpa, AFP)

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