Zum Corona-Überblick: Alle Zahlen zu SARS-CoV-2 in Deutschland
Robert Habeck posiert mit Jugendlichen auf Sylt. Foto: Gregor Fischer / AFP
© Gregor Fischer / AFP

Stiko „soll mal ein bisschen in die Gänge kommen“ Habeck fordert Überprüfung der Impfempfehlung für Kinder

Die Ständige Impfkommission empfiehlt nur Volljährigen eine Impfung. Habeck sorgt sich um die Sicherheit an den Schulen.

Grünen-Parteichef Robert Habeck hat die Ständige Impfkommission (StiKo) aufgefordert, ihre Empfehlung Jugendliche unter 18 Jahren nicht gegen das Coronavirus impfen zu lassen, nochmal zu überprüfen. „Ich würde gerne die StiKo auffordern, ihre zögerliche Haltung nochmal zu überdenken“, sagte er am Donnerstag am Rande seiner Küstentour bei einem Pressegespräch in Heikendorf in Schleswig-Holstein. 

[Wenn Sie alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie live auf Ihr Handy haben wollen, empfehlen wir Ihnen unsere App, die Sie hier für Apple- und Android-Geräte herunterladen können.]

„Das Liegenlassen der Überprüfung, ob der Impfstoff für Jugendliche empfohlen werden kann, ist nicht angemessen für die Zeit. Die sollen mal ein bisschen in die Gänge kommen“, sagte Habeck. Und weiter: „Nur zur sagen, wir haben nicht genug Daten, wir können uns dazu nicht äußern, ist angesichts der Dringlichkeit der Lage keine ausreichende Haltung.“

Die Empfehlung der Stiko

Die Ständige Impfkommission empfiehlt aktuell nur für Volljährige eine Impfung gegen das Coronavirus mit den vorhandenen Impfstoffen. Für zwölf bis 17-Jährige gibt es lediglich für vorerkrankte Jugendliche eine Empfehlung.

Angesichts des nahenden Schulstarts in einigen Bundesländern mache er sich Sorgen um die Sicherheit an den Schulen. „Man nimmt den Mund zu voll, wenn wir sagen, dass wir uns darauf richtig gut vorbereitet haben.“ Die Konzepte für Luftreinigungen und digitalen Unterricht seien über die Ferien hinweg nicht weiterentwickelt worden.

Habeck begrüßte daher die Entscheidung des Kultusministeriums in Schleswig-Holstein, das zum Schulstart in der kommenden Woche mobile Impfteams an Schulen schicken wird.

Die Ärztinnen und Ärzte dieser Teams werden dabei auch zwölfjährige Schülerinnen und Schüler ansprechen. „Ich finde das richtig, dass das gemacht wird“, sagte Habeck und appellierte außerdem an die Menschen, die sich impfen lassen können, dies auch zu tun: „Der beste Schutz dafür, dass Kinder nicht wieder zuhause bleiben müssen, ist, dass sich die Menschen impfen lassen.“

Man habe in der ersten, zweiten und dritten Welle die Schulen geschlossen, um Erwachsene und Alte zu schützen. Jetzt, wo es Impfstoff für Erwachsene gebe, sei es solidarisch mit den Kindern, sich impfen zu lassen, so Habeck. Angst vor den Folgen einer Impfung sei unbegründet: „Das ist jetzt eine erprobte, sichere Sache.“ Wer aus Trägheit auf eine Impfung verzichte, solle sich „endlich einen Tritt in den Hintern geben“, sagte Habeck.

Zur Startseite