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Die K-Frage bleibt zwischen CDU-Chef Laschet (links) und dem CSU-Vorsitzenden Söder vorerst unentschieden. Foto: Michael Kappeler/dpa
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Söder contra Laschet Oder fällt die Entscheidung doch erst am Dienstag in der Fraktion?

Falls sich Laschet und Söder nicht in der K-Frage einigen können, soll die Fraktion eine Klärung herbeiführen. Das wünschen sich zumindest einige Abgeordnete.

Am Sonntag gab es zunächst weiterhin keine Entscheidung, ob Armin Laschet (CDU) oder Markus Söder (CSU) Kanzlerkandidat der Union werden soll. Während das Rennen zwischen dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten und seinem bayerischen Amtskollegen offen bleibt, richtet sich der Blick auf die Bundestagsfraktion der Union. Falls sich Laschet und Söder untereinander nicht einigen, könnte dort demnächst eine Kampfabstimmung stattfinden. Dem Vernehmen nach hätte Söder dabei die besseren Karten.

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Der CDU-Abgeordnete Gunther Krichbaum gehört zu denjenigen, die Unterschriften unter den Abgeordneten in der Fraktion sammeln, um die K-Frage notfalls am kommenden Dienstag zu klären  – falls Laschet und Söder sich vorher nicht geeinigt haben sollten. Seine Unterstützung für eine Kanzlerkandidatur Söders begründet Krichbaum so: „Söder hat eine zupackende Art und beweist Führungsstärke.“ Zudem habe der CSU-Chef  bewiesen, „dass er auch Zuversicht vermitteln kann“, sagte er dem Tagesspiegel weiter.

Krichbaum, der bei der Bundestagswahl sein Direktmandat im Wahlkreis Pforzheim/Enz verteidigen will, leitet im Bundestag den Europaausschuss. Dass sich die CSU in der Vergangenheit etliche europapolitische Eskapaden – etwa bei der „Ausländermaut“ – geleistet hat, bereitet ihm offenbar keine Bauchschmerzen. Es sei möglich, im Fall einer Kanzlerkandidatur Söders Verabredungen zu treffen, welche die europapolitische Kontinuität gewährleisten würden, sagte er.

Dass diese Sichtweise nicht überall geteilt wird, machte am Wochenende Daniel Caspary deutlich. Der Chef der CDU/CSU-Abgeordneten im Europaparlament sprach sich im Deutschlandfunk für eine Kanzlerkandidatur Laschets aus. Caspary, der auch dem CDU-Präsidium angehört, sagte, dass man die Umfragen, die für Söder sprechen, nicht überbewerten dürfe. Wenn die CDU-Spitze in dieser Frage ihrem Vorsitzenden Laschet den Rücken stärke, gebe es keinen Grund, ihn nicht auch zu nehmen. Schließlich habe man Laschet ja auch im Januar im Lichte der Entscheidung über den Kanzlerkandidaten zum Parteivorsitzenden gewählt.

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Aber auch in der Unionsfraktion ist die Überlegung, eine Entscheidung zwischen Laschet und Söder mit einer Abstimmung zu forcieren, hoch umstritten. So warnte  Unionsfraktionsvize Andreas Jung (CDU) seine Abgeordnetenkollegen davor, die Frage mit einem derartigen Votum klären zu wollen. Bei einer Abstimmung zwischen Laschet  und Söder in der Fraktion würde „fünf Monate vor der Bundestagswahl eine erhebliche Beschädigung drohen – und zwar beider Personen und der Union insgesamt“, hieß es in einem der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ vorliegenden Schreiben Jungs an die baden-württembergische CDU-Landesgruppe.

Auch der Unionsfraktions-Vize Carsten Linnemann (CDU) warnte vor einer Kampfabstimmung. „Was wir jetzt brauchen, ist eine gemeinsame Lösung und keine Kampfabstimmung in der Fraktion. Ansonsten drohen Gräben aufgerissen zu werden, die sich nur schwer wieder zuschütten lassen“, sagte er der Funke Mediengruppe.

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