Die Menschenrechtsorganisation mahnt die schlechte Wasserqualität im Fluss Schatt al-Arab an, der durch Basra fließt. Foto: Reuters/ Alaa al-Marjani
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Schwere Gesundheitsfolgen befürchtet Human Rights Watch warnt vor Wasserkrise im Irak

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch fordert die Behörden auf, die jahrzehntelange Misswirtschaft bei der Versorgung mit Trinkwasser zu beenden.

Human Rights Watch (HRW) hat vor einer erneuten Wasserkrise mit schweren gesundheitlichen Folgen für die Bevölkerung in der südirakischen Provinz Basra gewarnt. Die Behörden müssten die jahrzehntelange Misswirtschaft bei der Versorgung mit Trinkwasser beenden, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Bericht der Menschenrechtsorganisation. Sie mahnte Strategien gegen die Verschmutzung und illegale Entnahme von Wasser an.

"Unsere Untersuchungen haben klar gezeigt, dass die Krise in Basra nicht zu Ende ist", sagte Belkis Wille, die im Irak für HRW forscht, der Nachrichtenagentur AFP. Es sei es nicht hinnehmbar, dass die Regierung sich weigere, die Gründe für die Verschmutzungen öffentlich zu machen.

Nach der HRW-Studie wurde die ohnehin schlechte Wasserqualität im vergangenen Jahr vermutlich durch Algen im Fluss Schatt al-Arab weiter verschlechtert. Der Fluss fließt durch Basra und gilt als Trinkwasserquelle der Provinz. Auf Satellitenbildern war demnach zu sehen, dass Öl in den Fluss gelangt war. Die Verschmutzung und das Algenvorkommen könnten zusammen mit dem hohen Salzgehalt im Wasser zu der Krankheiten geführt haben.

HRW kritisierte, dass im vergangenen Jahr keine Notfall-Kommunikation durch die Regierung erfolgt sei. Etwa 120.000 Menschen mussten im Sommer 2018 im Krankenhaus behandelt werden, nachdem sie verunreinigtes Wasser getrunken hatten. Bei Protesten gegen Korruption und Misswirtschaft in Basra starben im vergangenen Sommer mindestens zwölf Menschen. (AFP)

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