Konstantin Wecker. Foto: Ursula Düren/dpa
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Sammlungsbewegung #aufstehen Konstantin Wecker gibt Wagenknecht einen Korb

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Sahra Wagenknecht will demnächst 40 Prominente präsentieren, die bei der Sammlungsbewegung mitmachen. Konstantin Wecker, lange gehandelt, ist nicht dabei.

Der Liedermacher und Musiker Konstantin Wecker wird sich an der von Sahra Wagenknecht uns Oskar Lafontaine initiierten Sammlungsbewegung #aufstehen nicht beteiligen. Das sagte der Sprecher des 71-Jährigen Künstlers, Stefan Loeffler, am Donnerstag auf Tagesspiegel-Anfrage, nachdem Wecker über Wochen als potenzieller Mitstreiter gehandelt worden war, zuletzt auch im "Spiegel".

Loeffler sagte, Wecker habe die Linksfraktionsvorsitzende Wagenknecht inzwischen informiert, dass er "nach reiflicher Überlegung" nicht mitmachen werde. Wecker wolle "seine künstlerische Unabhängigkeit bewahren. Als Künstler wolle er "Visionen in die Herzen tragen" und sich "nicht von Realpolitik vereinnahmen lassen" - auch wenn aus der Sammlungsbewegung keine Partei werden soll, wie die Initiatoren inzwischen versichern. Noch Anfang des Jahres hatte Wagenknecht im Zusammenhang mit dem Projekt selbst von einer neuen "linken Volkspartei" gesprochen.

Loeffler versicherte, Wecker sei nicht generell gegen die Sammlungsbewegung. Als im Mai ein erstes Thesenpapier der Sammlungsbewegung bekannt wurde, hatte Wecker ausrichten lassen: "Er ist im Gespräch, möchte jedoch eine weitere Fassung abwarten, ehe er sich entscheidet."

Wagenknecht will am 4. September vor der Bundespressekonferenz eine Liste mit den Namen von rund 40 Prominenten präsentieren, die bei #aufstehen dabei sein wollen. Zu ihnen gehören, soweit bisher bekannt, der Soziologe Wolfgang Streeck, der frühere SPD-Sozialpolitiker Rudolf Dreßler und der Berliner Theatermacher Bernd Stegemann. Über weitere Unterstützer wahren die Initiatoren bisher Stillschweigen. Allerdings haben die Politiker Marco Bülow (SPD), Sevim Dagdelen (Linke) und Antje Vollmer (Grüne) mit einem gemeinsamen Text im "Spiegel" deutlich gemacht, dass sie die Idee grundsätzlich gut finden.

"Nicht auf ,Stars' konzentrieren"

Bülow, Dagdelen und Vollmer schrieben unter der Überschrift "Raus aus der Wagenburg", es bestehe die Chance, die chronische Spaltungstendenz linker Bewegungen zu überwinden. "Die neue Sammelbewegung soll sich nicht nur auf einige Personen oder ,Stars' konzentrieren, sie muss allen Gruppen, die nach solchen Perspektiven suchen, eine faire Kooperation zum gegenseitigen Vorteil und zur gegenseitigen Unterstützung anbieten."

Der Linken-Bundestagsabgeordnete Niema Movassat sieht die Pläne für die Sammlungsbewegung mit Skepsis. In einem Gastbeitrag für die "taz" schrieb er: "Was man so an Inhalten hört, ist allenfalls ein schwacher sozialdemokratischer Aufguss, der weit hinter den Positionen der Linken zurückbleibt." Und: "Am Ende bleibt die Sorge, dass Wagenknechts Projekt mehr spaltet, als es Gutes bewirkt."

Im Tagesspiegel-Debattenportal Causa wird diskutiert: Ist die Zeit reif für eine neue linke Sammlungsbewegung? Zur Diskussion geht es hier.

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