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General Alexander Dwornikow ist seit seinem Einsatz zur Rettung von Diktator Assad ein "Held Russlands". Foto: imago images/ITAR-TASS
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Russlands Krieg in der Ukraine Ein Syrien-Befehlshaber soll die neue Offensive führen

Die Neuaufstellung ist ein weiteres Zeichen für die Unzufriedenheit des Kremls. Der neue Kommandeur ist berüchtigt.

Die Anzeichen für eine unmittelbar bevorstehende Großoffensive russischer Truppen im Süden und Osten der Ukraine mehren sich. Moskau hat dafür übereinstimmend nach mehreren Quellen einen neuen Befehlshaber für seinen Angriffskrieg eingesetzt. Zum Kommandeur ist demnach der Chef des südlichen Militärbezirks Russlands, Armeegeneral Alexander Dwornikow, ernannt worden.

Dwornikow hat einschlägige Kampferfahrung: Im zweiten Tschetschenienkrieg wie in Syrien nahm er in entscheidenden Funktionen an den Auseinandersetzungen teil. Für den Militäreinsatz zur Rettung des Assad-Regimes in Damaskus verlieh ihm der russische Präsident Wladimir Putin den Titel „Held Russlands“.

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Die Neuaufstellung ist nach Ansicht von Experten ein weiteres Zeichen dafür, dass der Kreml entgegen seinen offiziellen Aussagen mit dem bisherigen Verlauf des Krieges unzufrieden ist. Zwischenzeitlich war sogar gemutmaßt worden, Verteidigungsminister Sergej Schoigu sei bei Putin in Ungnade gefallen, weil der sonst sehr medienaffine Minister wochenlang nicht in der Öffentlichkeit und in den sozialen Netzwerken auftauchte. Auch die beiden bisher für den Ukraine-Krieg verantwortlichen Generale hatten Syrienerfahrung, aber offenbar gab es immer wieder Probleme in der Kommunikation und der Befehlskette.

Schon als Kind Soldat

Der 60-jährige Dwornikow begann seine militärische Laufbahn bereits als Kind mit der Ausbildung an einer elitären sowjetischen Kadettenschule. Von 2000 bis 2003 war er als Oberst im Tschetschenienkrieg im Einsatz. Dort soll er wesentlichen Anteil an der gnadenlosen Bombardierung der Hauptstadt Grosny gehabt haben. Von 2015 bis 2016 kommandierte Dwornikow dann die Truppen in Syrien. In diese Zeit fällt die Wende zugunsten von Diktator Bashar al Assad. In einem gemeinsamen Einsatz hatten damals die russischer Luftwaffe und Artillerie sowie syrische Bodentruppen Aleppo in Schutt und Asche gelegt, wobei es zu großen Opfern unter der Zivilbevölkerung kam.

Dwornikows Kriegführung weise ein einheitliches Muster auf, sagt der Chef des unabhängigen Analyse-Instituts Defense Express, Sergej Sgurez: „Wenn es Widerstand am Boden gibt, werden Artillerie und Luftwaffe genutzt, um ihn vollständig zu brechen. Und in den Städten, in denen der Widerstand fortgesetzt wird, kommen Chemiewaffen zum Einsatz.“

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