Venezuelas Präsident Nicolas Maduro (rechts) empfängt Russlands Außenminister Sergej Lawrow. Foto: Yuri CORTEZ/AFP
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Russische Raketen in Caracas Venezuela rüstet mithilfe Russlands auf

Trotz katastrophaler Versorgungslage im Land und Hyperinflation kauft Präsident Waffen von Moskau. Der Kreml stützt den Staatschef um jeden Preis.

Geht es nach Venezuelas sozialistischem Staatschef Nicolas Maduro, steht der Angriff des Imperiums wieder einmal kurz bevor. Donald Trump, der Intimfeind aus Washington, liefert dazu ebenso die Steilvorlage wie Venezuelas Oppositionsführer Juan Guaidó. Beide wollen sich stets „alle Optionen offenhalten“ – also theoretisch auch eine militärische Invasion. Die Drohungen liefern dem Regime im Caracas Munition, um ein am Wochenende anstehendes Manöver zu rechtfertigen.

„Wir werden ein besonderes Militärmanöver durchführen, bei dem alle Waffen der Bolivarischen Nationalstreitkräfte und der Bolivarischen Milizen zum Einsatz kommen werden“, kündigte Venezuelas Staatsoberhaupt an. Trotz katastrophaler Versorgungslage im Land, Hyperinflation und daraus resultierender Massenflucht verfügen die sozialistischen Machthaber offenbar über genug Mittel, um die eigenen Streitkräfte sowie die gefürchteten Milizen aufzurüsten. „Wir nehmen Kurs auf vier Millionen, und die werden wir erreichen. Die Milizen sind der bewaffnete Arm des Volkes in Zusammenarbeit mit den Streitkräften“, erklärte Maduro.

Zuletzt sorgten Bilder von russischen Raketen in Caracas für Aufsehen. Aufgetaucht waren Geschosse russischer Produktion am Dienstag, als Venezuelas Oppositionsführer Juan Guaidó von seiner langen Auslandsreise zurückkehrte. Militärische Einheiten hatten den Zugang zum Flughafen versperrt, sodass Guaidó nicht von seinen Anhängern erwartet werden konnte. Die Geschosse zeigten dabei in Flughafennähe gen Himmel, berichteten lokale Medien. User stellten anschließend Fotos in Netz, die die Luftabwehrraketen auch auf einer Militärbasis in La Carlota in Caracas zeigen sollen.

Venezuela rüstet mithilfe seines Verbündeten Russland auf. Moskau will die umstrittene Regierung des ölreichsten Landes der Welt offenbar um jeden Preis stützen. Russlands Außenminister Sergej Lawrow hatte bei seinem jüngsten Besuch angekündigt: „Es ist sehr wichtig, unsere technisch-militärische Kooperation weiterzuentwickeln, um unsere Fähigkeit, unsere Freunde vor Bedrohungen von außen schützen zu können, auszubauen.“

Klare Botschaft an Guaidó

Auch für Oppositionsführer Guaidó hatten die sozialistischen Machthaber eine klare Botschaft parat. Obwohl am Flughafen Maiquetia im Normalfall Dutzende Sicherheitskräfte Dienst tun, griff niemand ein, als Guaidó nach seiner Rückkehr in dieser Woche von einer Gruppe wütender Männer angegriffen wurde. Journalisten berichten später, Guaidó sei von Anhängern der sozialistischen Regierung geschlagen und bespuckt worden. Guaidó sollte offenbar seine Macht- und Schutzlosigkeit demonstriert werden. Schwere Menschenrechtsverletzungen gegen die Opposition gehören laut UN zu den Instrumenten zur Machtsicherung des Maduro-Regimes.

In den vergangenen Tagen hatte Guaidó internationale Unterstützung eingesammelt: US-Präsident Trump lud ihn zu seiner „Rede zur Lage der Nation“ ein. Im Rahmen seiner Reise führte Guaidó Gespräche mit weiteren hochrangigen Politikern aus Europa und den USA. „Es fehlt nicht mehr viel“, sagte Guaidó vor Anhängern. „Ich rufe alle Sektoren auf, unser Recht auszuüben, einzufordern und zu mobilisieren“, beschwört Guaidó sein Lager geradezu. Seine Freunde im Ausland hätten zugesagt, den Druck auf das Regime in Caracas weiter zu erhöhen. Das Maduro-Regime wirft ihm deshalb vor, gegen das eigene Vaterland zu arbeiten. Guaidós bisherige Pläne, Maduro zum Rücktritt oder zu Neuwahlen mit unabhängigen Beobachtern zu zwingen, schlugen allesamt fehl. Das hat auch seine innenpolitische Position geschwächt.

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