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Soziale Netzwerke (Symbolbild) Foto: dpa/Ritchie B. Tongo
© dpa/Ritchie B. Tongo

Russen könnten Cyberdaten nutzen Bundeswehr warnt Soldaten vor Ausspähung in sozialen Netzwerken

Die Bundeswehr mahnt Offiziersanwärter angesichts des Kriegs zu Vorsicht in sozialen Medien. Besonders über Dating-Apps könnte Russland Informationen abgreifen.

Die Bundeswehr ist besorgt um die eigene Informationssicherheit und warnt Soldatinnen und Soldaten vor dem Hintergrund der Ereignisse in der Ukraine, achtsam in den sozialen Netzwerken und auf Dating-Portalen zu agieren.

In einem Appell an Offiziersanwärter des Sanitätsdienstes, der dem Tagesspiegel vorliegt, ist die Führung sichtlich alarmiert und spricht von einem „offen geführten Krieg“ Russlands gegen die Ukraine, bei dem die Angehörigen der Bundeswehr durch russische Geheim- und Sicherheitsdienste als „Gegner“ bewertet würden.

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Die Bundeswehr stelle sich deshalb auf „Bestrebungen und Aktivitäten sicherheitsgefährdender Kräfte im gesamten asymmetrischen Bedrohungsspektrum (Terrorismus, Spionage/Ausspähung, Sabotage, Subversion/Zersetzung, Kriminalität) ein. Diese Kräfte seien auch im Cyberraum aktiv. Deshalb sollten Soldatinnen und Soldaten die Vorschriften zum Datenschutz und zur Informationssicherheit „konsequent“ beachten, lautet der Appell.

Die Bundeswehr ist offenbar der Ansicht, dass russische Nachrichtendienste die Netzwerke dazu nutzen könnten, Informationen auszuspähen. Die Soldatinnen und Soldaten werden einerseits gebeten, verdächtige Ereignisse und Situationen konsequent zu melden.

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Sie sollen aber auch ihre persönlichen Aktivitäten in den sozialen Netzwerken überdenken: Die Nutzung einmal veröffentlichter Informationen lasse sich im Netz „nicht mehr kontrollieren“, heißt es – und Nachrichtendienste setzten gerade bei öffentlich zugänglichen Informationen an.

„In sozialen Medien veröffentlichte Informationen können von jedem Ort der Welt aufwandsarm in Echtzeit ausgewertet werden“, wird gewarnt. Dabei seien Internetportale der Bundeswehr zwar die Ziele der Wahl, Nachrichtendienste könnten aber insbesondere auch auf Dating-Portalen Informationen abgreifen. Dating-Apps nutzen auch Standortdaten. (Tsp)

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