Ziel von Raketen: Die US-Botschaft im Irak steht am Fluss Tigris. Foto: Ameer Al Mohmmedaw/dpa
© Ameer Al Mohmmedaw/dpa

Update Regierungsviertel unter Beschuss Rakete trifft Gelände der US-Botschaft in Bagdad

In Bagdad hat es Detonationen innerhalb der Grünen Zone gegeben. Auch die US-Botschaft war Ziel.

Nach mehreren Raketenangriffen auf US-Ziele im Irak ist nun auch das Gelände der amerikanischen Botschaft in der Hauptstadt Bagdad direkt getroffen worden. Der geschäftsführende Ministerpräsident Adel Abdel Mahdi bestätigte den Angriff und kündigte an, dass irakische Sicherheitskräfte den Fall untersuchen würden.

Laut einem Bericht der Nachrichtenseite Al-Sumaria wurden mindestens drei Menschen verletzt. Der US-Sender CNN berichtete unter Berufung auf einen nicht namentlich genannten US-Regierungsvertreter von einem Leichtverletzten und geringen Schäden durch den Einschlag dreier Raketen auf dem Botschaftsgelände.

Insgesamt seien am Sonntag fünf Raketen im hoch gesicherten Regierungsviertel niedergegangen, teilte das irakische Militär mit. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Angriff. Al-Sumaria berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass Hubschrauber einige Menschen vom Botschaftsgelände evakuieren würden.

CNN zitierte einen Sprecher des US-Außenministeriums mit den Worten, dass die Regierung „von Berichten über Raketeneinschläge in der internationalen Zone“ von Bagdad wisse. Eine offizielle Bestätigung aus Washington gab es zunächst nicht.

Irakischer Ministerpräsident verurteilt den Angriff

Der Sprecher sagte dem Bericht zufolge bloß: „Wir rufen die irakische Regierung auf, ihre Verpflichtung zu erfüllen, unsere diplomatischen Einrichtungen zu schützen.“

Ministerpräsident Abdel Mahdi verurteilte den jüngsten Angriff, der „den Staat schwächt und seine Souveränität verletzt“. Er habe „gravierende Folgen für das ganze Land“ und schädige die Beziehungen mit Verbündeten, sagte er laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur INA.

Seit der gezielten Tötung des iranischen Generals Kassem Soleimani und des irakischen Milizen-Anführers Abu Mehdi al-Muhandis bei einem US-Drohnenangriff Anfang Januar gab es bereits mehrere Angriffe auf die hochgesicherte Grüne Zone in der irakischen Hauptstadt, in dem viele Botschaften und internationale Organisationen ihren Sitz haben.

Nach dem Angriff auf Soleimani und al-Muhandis hatten die Spannungen zwischen Washington und Bagdad massiv zugenommen. Das irakische Parlament hatte nach dem tödlichen Drohnenangriff den Abzug aller US-Truppen sowie anderer ausländischer Streitkräfte aus dem Land verlangt. Bislang ist aber unklar, ob die Regierung in Bagdad diesen Beschluss umsetzen wird. (dpa, AFP)

Zur Startseite