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Passagiere von Bahn-Fernreisen müssen sich womöglich bald an die 3G-Regel halten. Foto: Sebastian Gollnow/dpa
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Prüfung bereits im Gange Bundesregierung erwägt 3G-Regel für Bahnreisen und Flüge

Bei Fernreisen mit der Bahn oder auf Flügen müssen Passagiere bald womöglich die 3G-Regel beachten. Die Bundesregierung prüft solche Pläne bereits.

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie prüft die Bundesregierung, ob künftig nur noch Geimpfte, Getestete und Genesene Fernzüge und Inlandsflüge nutzen dürfen. „Wir haben sehr stark steigende Fallzahlen und deswegen ist es richtig, zu prüfen, was helfen kann, diesen Anstieg der Fallzahlen zu dämpfen und möglichst zu stoppen“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung über Pläne der Bundesregierung berichtet, den Zugang zu Zügen im Fernverkehr und Flügen im Inland künftig nur noch Geimpften, Genesenen oder getesteten Personen zu gewähren. Die Bahn wollte sich zu den Plänen nicht äußern.

„Diese Prüfung gilt auch für die Inlandsflüge“, sagte Seibert. „Auf vielen Auslandsflügen ist es ja bereits der Fall“, fügte er hinzu. Eine Kontrolle der Einhaltung der 3G-Regel sei „eine der zu prüfenden Fragen“, sagte Seibert.

Zudem verwies Seibert auf den starken Anstieg der Corona-Fallzahlen vor allem in der jungen Altersgruppe, die sich noch nicht impfen lassen könne. „Das heißt all diejenigen, die sich impfen lassen können, haben eine Verantwortung gegenüber denen, die sich nicht per Impfung schützen lassen können“, sagte er. Engmaschiges Testen bringe zusätzlichen Schutz, weshalb die Bundesregierung nun auch die Einführung der sogenannten 3G-Regel - Zugang nur für Geimpfte, Genesene und Getestete - prüfe.

Den Angaben zufolge ist das Bundesverkehrsministerium derzeit mit der Prüfung befasst. Als Vorbild für einen solchen Schritt nannte Seibert Frankreich, wo die Nachweispflicht bereits im Fernverkehr gelte. Ein Sprecher des Verkehrsministeriums kündigte an, dass die entsprechenden Prüfaufträge ordnungsgemäß abgearbeitet würden. Zur Dauer der Prüfung machte er keine Angaben.

Kritik an geplanten Kontrollen

In Deutschland gibt es die 3G-Regel bislang nur bei Auslandsflügen und einigen Bereichen des öffentlichen Lebens - etwa dem Restaurantbesuch in Innenräumen.

Vor allem eine mögliche Ausweitung auf Fernzüge wirft Fragen zur Kontrolle auf. Kristian Loroch, Vorstandsmitglied der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), mahnte an, dass Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung auch „umsetzbar und praktikabel“ sein müssten.

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Die Einführung der 3G-Regelung im Fernverkehr dürfe nicht auf dem Rücken der Mitarbeiter erfolgen, warnte Loroch. Die Bahn wolle das Personal in Zügen reduzieren, „was ohnehin schon zu einer erhöhten Belastung für die Beschäftigten führen wird“. Zudem habe die Zahl der Übergriffe auf Beschäftigte „massiv“ zugenommen, sagte Loroch weiter. „Eine 3G-Kontrolle würde diese Situation weiter verschärfen und ist deshalb für uns nicht tragbar.“ Die EVG hatte bereits bei der Einführung der Maskenpflicht in Zügen darauf hingewiesen, dass die Einhaltung der Regeln schwer kontrollierbar sei.

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) begrüßte die Überlegungen der Bundesregierung, mahnte aber in der „Rheinischen Post“ vom Samstag, Kinder sollten von der Regel ausgenommen sein. Der CDU-Politiker Friedrich Merz kritisierte bei „Bild Live“ hingegen, dass die Einführung der 3G-Regel in Zügen „lebensfremd“ und nicht praktikabel sei. Bahn und Flugzeug seien zudem „nicht die Plätze, an denen erkennbar ein umfangreiches Infektionsgeschehen zu beobachten“ sei. (dpa/AFP)

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