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Proteste und tödliche Ausschreitungen auch in vielen anderen Ländern

Update Proteste gegen Anti-Islam-Film Demonstranten setzen deutsche Botschaft im Sudan in Brand

Auch in vielen anderen muslimischen Staaten kam es aus Empörung über das auf Youtube veröffentlichte Video, in dem der Prophet beleidigt wird, ebenfalls zu gewalttätigen Protesten. Im Libanon, wo seit Freitag Papst Benedikt XVI. zu Besuch ist, wurde mindestens ein Mensch getötet. Es gab zahlreiche Verletzte. Auch in Ägypten kam es zu heftigen Zusammenstößen. „Mit unserer Seele und unserem Blut werden wir dich rächen, unser Prophet“, riefen einige hundert Menschen auf dem Kairoer Tahrir-Platz. Vor der dortigen US- Botschaft versammelten sich Randalierer, die Steine auf Polizisten warfen.

Video: Schmähfilmer: "Clinton schuld an Toten"

In Tunis wurde Amerikas diplomatische Vertretung angegriffen. Dabei sollen drei Menschen getötet und 28 verletzt worden sein. In Indonesien skandierte eine aufgebrachte Menge „Tod den Juden“ und „Tod Amerika“. Am symbolträchtigen 11. September waren bei einem Angriff auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi der Botschafter und drei seiner Mitarbeiter ums Leben gekommen.

Im Libanon, wo seit Freitag Papst Benedikt XVI zu Besuch ist, wurde mindestens ein Mensch getötet, 25 weitere wurden bei Protesten verletzt. In Jemen und Ägypten kam es nach den Freitagsgebeten zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. „Mit unserer Seele und unserem Blut werden wir dich rächen, unser Prophet“, riefen mehrere hundert Demonstranten auf dem Kairoer Tahrir-Platz. Als sie in Richtung der US-Botschaft ziehen wollten, setzte die Polizei Tränengas ein.
Auch in Indonesien, in Malaysia und in Afghanistan demonstrierten Muslime ihre Wut über den in den USA produzierten Film „Innocence of Muslims“ (Unschuld der Muslime). „Tod den Juden“ und „Tod Amerika“ riefen rund 200 Indonesier vor der nach den Angriffen auf die US-Vertretungen in Libyen, Ägypten und Jemen schwer bewachten US-Botschaft in Jakarta.

Video: Wütender Mob stürmt US-Botschaft im Jemen

In Kairo haben Islamisten eine Großkundgebung angekündigt. Sie fordern eine offizielle Entschuldigung Washingtons, da das Schmähvideo in den USA produziert wurde. In Saudi-Arabien, wo Demonstrationen verboten sind, wurde über den Kurznachrichtendienst Twitter ebenfalls zu Protesten vor den US-Vertretungen in Riad und Dschidda aufgerufen. Ein hochrangiger iranischer Religionsführer, Ajatollah Nouri Hamedani, drohte mit „noch harscheren Reaktionen“.

Im Jemen feuerten Sicherheitskräfte mit Tränengas und schossen mit scharfer Munition in die Luft, als rund 2.000 Demonstranten versuchten zur US-Botschaft in der Hauptstadt Sanaa zu marschieren. Bis zum Nachmittag gelang es der zahlenmäßig deutlich unterlegenen Polizei die Demonstranten in Schach zu halten. Erst am Donnerstag hatten aufgebrachte Muslime das Botschaftsgelände in Sanaa gestürmt und die Fahne der USA verbrannt. Am Donnerstag waren bei Protesten im Jemen vier Menschen getötet worden.

Angesichts der Proteste wurden die Sicherheitsvorkehrungen an den US-Botschaften weltweit verschärft. Die USA schickten nach Medienberichten neben einer Einheit von Elitesoldaten auch zwei Kriegsschiffe vor die Küste Libyens.

Der Film „Innocence of Muslims“ („Die Unschuld der Muslime“), der den Propheten Mohammed verunglimpft, führt seit Tagen zu Ausschreitungen gegen diplomatische Einrichtungen der USA. Die Regierung in Washington rechne damit, dass sich die Proteste fortsetzten, sagte der Sprecher von US-Präsident Barack Obama. Der Freitag sei „traditionell ein Tag von Protesten in der muslimischen Welt“. Die mächtige Muslimbruderschaft in Ägypten rief zu landesweiten Protesten nach dem Abendgebet am Freitag auf. Auch in Jordanien forderten salafistische Prediger die Gläubigen auf, vor die US-Botschaft zu ziehen.

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