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Macher des islamfeindlichen Films steht unter Polizeischutz

Update Proteste gegen Anti-Islam-Film Demonstranten setzen deutsche Botschaft im Sudan in Brand

US-Außenministerin Hillary Clinton hob hervor, die Macher des Films hätten keinerlei Verbindungen zum Staat: „Lassen Sie mich sehr deutlich sagen - und ich hoffe, das ist klar -, dass die Regierung der Vereinigten Staaten absolut nichts mit diesem Video zu tun hat. „ Der Film sei „geschmacklos und verwerflich“. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte den „Hassfilm“ am Donnerstag erneut. Die Macher des Videos strebten offenbar an, „ein Blutbad zu provozieren“.

Die Proteste hatten am Dienstag in der ägyptischen Hauptstadt Kairo begonnen, wo Islamisten die US-Botschaft stürmten. In der libyschen Küstenstadt Bengasi wurden am selben Tag bei einem Angriff auf das US-Konsulat der US-Botschafter Chris Stevens und drei Mitarbeiter getötet, auch libysche Sicherheitskräfte starben. Im Jemen wurden am Donnerstag vier Menschen bei Protesten gegen den Film vor der US-Botschaft getötet. In Kairo wurden bei neuen Ausschreitungen am Donnerstag mehr als 200 Menschen verletzt. Weitere Proteste gab es unter anderem im Iran und Irak, in Israel, dem Gazastreifen, Jordanien, Sudan und Tunesien.

Bilder: Ausschreitungen vor US-Vertretungen in islamischen Ländern

Der jemenitische Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi entschuldigte sich bei Obama für die Angriffe des „Mobs“ und ordnete eine Untersuchung an. Der am Mittwoch gewählte libysche Regierungschef Abu Schagur sagte AFP zum Tod der US-Bürger in seinem Land, es habe Festnahmen gegeben und weitere würden folgen. Angaben zur Zahl der Festnahmen und zum politischen Hintergrund wollte er nicht machen, „bis wir alle Fakten kennen“. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte, die Ermittlungen seien „sehr kompliziert“, weil in der Menge vor dem US-Konsulat sowohl Extremisten als auch gewöhnliche Bürger gewesen seien.

Der mutmaßliche Macher des islamfeindlichen Films steht in den USA derweil unter Polizeischutz. „Wir haben eine Bitte erhalten und wir antworten darauf. Wir sind die Garanten der öffentlichen Sicherheit“, sagte der Sprecher des Sheriffs von Los Angeles am Donnerstag AFP. Er machte weder Angaben dazu, wer die Behörden um Hilfe gebeten habe, noch zur genauen Art des Polizeischutzes.

Das Haus von Nakoula Basseley Nakoula im Ort Cerritos südlich von Los Angeles stand am Donnerstag unter Bewachung der Polizei, wie ein AFP-Fotograf vor Ort berichtete. Der 55-Jährige leitet nach eigenen Angaben die Produktionsfirma des Films. Er bestritt, der Autor des Films zu sein, der unter dem Pseudonym „Sam Bacile“ auftritt. Allerdings führte eine Handynummer, unter der „Sam Bacile“ US-Medien ein Interview gab, zu ihm. Israel hat sich von dem Autor und dem Film distanziert. Zunächst hatte es geheißen, der Produzent habe für den rund zweistündigen Film fünf Millionen Dollar (3,9 Millionen Euro) von rund 100 jüdischen Spendern eingesammelt.

Nach dem tödlichen Angriff auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi, bei dem in der Nacht zum Mittwoch der US-Botschafter Chris Stevens und drei weitere Amerikaner getötet worden waren, nahmen Ermittler mehrere Verdächtige fest. Zur Identität und Zahl der mutmaßlichen Angreifer machte der stellvertretende Innenminister Wanis al-Scharif keine Angaben. US-Sicherheitskreise vermuten das Terrornetzwerk Al-Qaida hinter der Attacke. Der Sprecher einer Islamisten-Miliz aus der ostlibyschen Stadt bestritt jedoch, in den Angriff auf das US-Konsulat verwickelt gewesen zu sein. Die Ansar al-Scharia-Brigade habe bei den Protesten keine Rolle gespielt, sagte ihr Sprecher nach Berichten der libyschen Nachrichtenagentur Lana. (dpa/dapd/AFP)

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