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Hoch zu Ross. 2018 fand das Fest das letzte Mal mit Hans-Georg Maaßen (2.v.r.) statt. Foto: picture alliance / Fabrizio Bens
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Noch ein Event weniger Sicherheitsbehörden verzichten auf teuren „Herbstempfang“

Das exklusive Treffen soll wegen Corona nicht stattfinden. Über die Gästeliste wacht der BND - und hält sie geheim.

Jährlich, meist im September, bietet sich am Schloss Charlottenburg ein ähnliches Bild. Vier Herren in Anzug und Krawatte erklimmen einen Treppe und präsentieren sich Fotografen. Danach endet der öffentliche Teil, man widmet sich dem vertraulichen Austausch mit geladenen Gästen, begleitet von gutem Essen, Getränken und Musik. Der so genannte Herbstempfang der Sicherheitsbehörden mit den Chefs von Bundesnachrichtendienst (BND), Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV), Bundespolizei und Bundeskriminalamt (BKA) ist für Teilnehmende eine Institution – für Außenstehende dürfte es eine der undurchsichtigsten bundesbehördlichen Festveranstaltungen sein. Für dieses Jahr ist der Event wegen Corona erstmals abgesagt, bestätigte jetzt das BKA – oder besser, er wurde gar nicht erst angesagt.

Letztes Jahr kostete der Abend mehr als 50.000 Euro

Das entlastet zunächst einmal den Steuerzahler. Die Teilnehmerzahl schwankt zwischen 400 und 800. Bei dem relativ kleinen Format im vergangenen Jahr betrug die Rechnung trotzdem nahezu 55 000 Euro, einschließlich Miete, Catering und Möbel. Sinn und Zweck der gemeinsamen Veranstaltung erschließen sich nicht sogleich. Sie sei „Ausdruck der vertrauensvollen Zusammenarbeit der beteiligten Sicherheitsbehörden“, erklärt dazu der BND, der stellvertretend für die anderen einlädt und die Gästeliste führt.

Eingeladen wird „funktionsbezogen“ - ansonsten gilt Diskretion

Ein derartiger Ausdruck wäre von anderen kaum wahrnehmbar, blieben die Beamtinnen und Beamten der Sicherheitsbehörden unter sich. Deshalb werden „Gäste aus Politik, Behörden, Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Medien“ geladen. Welche, bleibt bislang ein Geheimnis des BND. Seit einem Jahr stimmen die vier Bundesbehörden untereinander ab, ob sie etwas davon verraten wollen. Offenbar ohne Ergebnis. Mitgeteilt wird nur, dass die Einladungen größtenteils „funktionsbezogen“ erfolgten.

Eingeladene Presseleute berichten auffällig zurückhaltend über die Abende, trotz prominenter Redner, vom Innenminister bis zum Kanzleramtschef. Etwas Aufsehen gab es nur, als sich Hans-Georg Maaßen 2018 ein letztes Mal in seinem Amt als Verfassungsschutzchef zeigte. Ansonsten gilt: Diskretion.

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