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Mit Kontrollen mussten bisher vor allem Flugreisende rechnen. Künftig müssen sich auch Autofahrer auf Stichprobenkontrollen bei der Einreise nach Deutschland gefasst machen. Foto: dpa
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Neue Regeln von Sonntag an Was Reiserückkehrer jetzt wissen müssen

Von Sonntag an müssen sich Reisende aus allen Ländern bei der Rückkehr testen lassen. Ausgenommen sind Genesene und Geimpfte. Eine Übersicht.

Mitten in der Urlaubszeit müssen sich die Deutschen auf neue Reiseregeln einstellen. Wer nach Deutschland einreisen will, muss von Sonntag an nachweisen, dass er gegen Corona geimpft, von der Krankheit genesenen oder getestet ist.

Eine entsprechende Verordnung beschloss das Bundeskabinett am Freitag im Umlaufverfahren. Ausgenommen von der Testpflicht sind Kinder im Alter von unter 12 Jahren. Während die Schulferien in Berlin Ende kommender Woche enden, haben sie in großen Bundesländern wie Baden-Württemberg oder Bayern gerade erst begonnen.

Die allgemeine Testpflicht gilt dann für das gesamte Ausland, nicht nur für Risikogebiete. Die Kategorie Risikogebiet soll künftig entfallen. Bislang galt eine allgemeine Testpflicht nur für Flugpassagiere. Reisende müssen künftig den Nachweis über einen negativen Test mitführen und auf Verlangen vorzeigen können.

Kinder unter 12 Jahren brauchen keinen Test

Die neue Regel soll nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auch den Druck erhöhen, dass sich künftig mehr Menschen impfen lassen. „Alle nicht geimpften Einreisenden nach Deutschland müssen sich künftig testen lassen – egal ob sie mit dem Flugzeug, Auto oder der Bahn kommen“, erklärte Spahn. „Damit reduzieren wir das Risiko, dass zusätzliche Infektionen eingetragen werden.“

Geimpfte und Genesene bräuchten keinen Test, betonte Spahn. Generell gelte damit, dass Reisen mit Impfung leichter sei: „Geimpfte sparen sich das Testen und müssen grundsätzlich auch nicht in Quarantäne.“

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Ausgenommen von der Testpflicht sind neben Kindern unter 12 Jahren auch Grenzpendler sowie Menschen, die durch ein Hochrisikogebiet oder ein Virusvariantengebiet nur durchreisen und „dort keinen Zwischenaufenthalt“ hatten, wie es in dem Papier heißt. Hochrisikogebiete sind Regionen mit besonders hohem Infektionsrisiko durch hohe Corona-Inzidenzen. Virusvariantengebiete sind Regionen, in denen wie etwa in Brasilien eine mutierte Virusform, etwa die Delta-Variante, verbreitet auftritt.

Was bisher nur für Flugpassagiere galt, gilt von Sonntag an für Rückkehrern aus allen Ländern: Sie brauchen einen Test. Foto: dpa Vergrößern
Was bisher nur für Flugpassagiere galt, gilt von Sonntag an für Rückkehrern aus allen Ländern: Sie brauchen einen Test. © dpa

Wer aus einem solchen Gebiet einreist, muss sich auch testen lassen, wenn er geimpft ist. Zudem müssen Reisende aus solchen Regionen nach der Ankunft in 14-tägige Quarantäne. Das gilt für Erwachsene und Kinder gleichermaßen, Kinder unter zwölf Jahren sind lediglich von der Testpflicht ausgenommen. Die Quarantäne lässt sich allerdings nach fünf Tagen durch Vorweis eines negativen Ergebnisses eines PCR-Tests aufheben. PCR-Tests sind allerdings erheblich teurer als Schnelltests.

Ein Test kann mehr als 100 Euro kosten, schätzt die Bundesregierung

Der Staat will laut der Verordnung nicht die Kosten für neu notwendige Tests übernehmen. Auf Urlauber, die nicht mit dem Flugzeug reisen, können deshalb vor der Rückreise im Ausland neue Kosten zukommen. In der Verordnung heißt es, die Kosten für einen Antigentest im Ausland würden „ungefähr auf einen ein- bis geringfügigen zweistelligen Betrag“ geschätzt, die für einen PCR-Test auf „einen regelmäßig zwei- bis in seltenen Fällen geringfügigen, dreistelligen Betrag“. Im ersten Fall, so die Erwartung der Bundesregierung, müssen Reisende also geschätzt bis zu 20, im zweiten Fall bis über 100 Euro aufbringen.

Die Verordnung zur Testpflicht sieht nicht vor, dass etwa bei der Einreise mit dem Auto nach Deutschland feste Grenzkontrollen vorgenommen werden. Sie setzt darauf, dass die Pflicht zum Nachweis eines Negativtests Wirkung entfaltet. Allerdings kann es Stichproben an und hinter den Grenzen oder auch im Heimatort der Reisenden geben.

In den Augen mancher Virologen geht die Verordnung nicht weit genug. Reiserückkehrer würden „gehäuft dazu beitragen, Infektionen nach Deutschland zu bringen“, hatte der Frankfurter Virologe Martin Stürmer kürzlich gewarnt. Dies hänge damit zusammen, dass bei Geimpften und Genesenen auf die Tests verzichtet werde, auch wenn sie aus Hochrisikogebieten kämen. Stürmer nannte es „fahrlässig“, bei diesen Personen auf Tests zu verzichten.

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