Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD). Foto: REUTERS/Michele Tantussi
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Update Nach Suizid von Schülerin Giffey warnt vor tragischen Folgen von Mobbing

Der Tod eines elfjährigen Mädchens hat eine Debatte um Mobbing an der Schule entfacht. Die Familienministerin spricht von einem Problem, das benannt werden muss

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) warnt vor den Folgen von Mobbing in der Schule. "Es ist erschütternd, welche tragischen Folgen Mobbing haben kann. Es geht durch alle gesellschaftlichen Schichten und jede Schulform. Gemeinsam müssen wir dagegen vorgehen. Es fängt damit an, deutlich zu benennen, dass wir ein Problem haben", sagte Giffey dem Tagesspiegel.

Sie verweist auf das Bundesprogramm „Anti-Mobbing-Profis“. Dies sei im vergangenen Jahr gestartet. "Damit haben wir mehr als 200 Respekt-Coaches an Schulen im ganzen Bundesgebiet geschickt, die helfen, Hass und Gewalt einzudämmen und konkret etwas gegen Mobbing zu tun", erklärte Giffey weiter.

Unionsfraktions-Sprecher fordert verstärktes Handeln

Auch der familienpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Marcus Weinberg, hat verstärkte Anstrengungen gegen Mobbing an Schulen gefordert. „Das Problem wird ernster genommen als vor zwanzig Jahren, aber noch lange nicht ernst genug“, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete und frühere Lehrer dem Tagesspiegel.

Die psychische Belastung von Kindern, die Opfer von Mobbing werden, sei dramatisch. Eltern und Lehrer müssten sich ebenso wie Politik und Schulverwaltung ihrer Verantwortung gegenüber betroffenen Kindern bewusst sein. „Wir dürfen das Problem nicht tabuisieren oder herunterspielen.“ Weinberg plädierte in diesem Zusammenhang dafür, Hilfsmaßnahmen gegen Mobbing an Schulen weiter auszubauen.          

Hintergrund ist der Suizid einer elfjährigen Schülerin aus Berlin. Ihr Tod steht mutmaßlich in Zusammenhang mit Mobbing gegen das Mädchen in ihrer Grundschule. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat eine genaue Untersuchung des Vorfalls durch die Schulverwaltung angekündigt.

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