Soll neue EU-Kommissarin für Verkehr werden: Rumäniens ehemalige Ministerin für EU-Fonds, Rovana Plumb. Foto: Szilard Koszticsak/epa/dpa
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Nach Kritik an Kosten Rumänien verzichtet auf Übergangs-EU-Kommissar

Die alte EU-Kommission ist bald Geschichte. Dennoch wollte Rumänien den vakanten Kommissars-Posten neu besetzen - mit Kosten von bis zu einer Million Euro.

Nach heftiger Kritik hat auch Rumänien den Anspruch auf einen Übergangs-Kommissar in der scheidenden EU-Kommission aufgegeben. Das bestätigte die Brüsseler Behörde am Mittwoch. Der Anwärter hätte nur noch wenige Wochen bis Ende Oktober amtiert, aber nach Angaben der Kommission mit allen Vergütungsansprüchen Kosten von bis zu einer Million Euro verursacht. Aus demselben Grund hatte kurzfristig zuvor bereits Estland auf eine Nachbesetzung verzichtet.

Beide Länder sind seit einigen Wochen nicht mehr in der EU-Kommission vertreten, weil die Amtsinhaber nach der Europawahl im Mai ins EU-Parlament wechselten. Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatte wegen der Kosten erklärt, er halte eine Nachbesetzung so kurz vor dem Ende der Amtszeit am 31. Oktober nicht für sinnvoll. Beide Länder hatten aber zunächst darauf bestanden. Jetzt gaben beide nach.

Der von Rumänien als Kommissar vorgesehene sozialdemokratische Politiker Ioan Mircea Pascu teilte auf seiner Facebook-Seite mit, die rumänische EU-Botschafterin Luminita Odobescu habe ihn über den Schritt der Regierung informiert. Anders als im Falle Estlands war er nur für wenige Wochen vorgesehen. Für die neue EU-Kommission unter Ursula von der Leyen hatte Rumänien die Politikerin Rovana Plumb nominiert. Das neue Team soll zum 1. November die Arbeit aufnehmen. 

Bis zum Sommer vertrat Corina Cretu Rumänien in der Juncker-Kommission als Kommissarin für Regionalpolitik. Die Nachbesetzung hatte auch im Europaparlament für Kritik gesorgt. Der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei (EVP), Manfred Weber, hatte von einer inakzeptablen Verschwendung von Steuergeldern gesprochen. Die Entscheidung aus Bukarest begrüßte Weber. (dpa)

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