Rauchwolken über dem Gazastreifen: Israel hatte auf Granatenangriffe aus dem Gazastreifen mit Raketenangriffen gekontert. Foto: Thomas Coex/AFP
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Nach Granatenangriffen Leichte Entspannung am Gazastreifen

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Die israelische Armee und islamistische Gruppen im Gazastreifen haben sich am Dienstag die schwersten Auseinandersetzungen seit dem Gazakrieg im Jahr 2014 geliefert. An diesem Mittwoch soll nun der UN-Sicherheitsrat dazu tagen.

Nach einer Eskalation der Gewalt zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen stehen die Zeichen wieder auf Entspannung. Israel werde ein von Ägypten vermitteltes Waffenruheabkommen respektieren, berichteten israelische Medien am Mittwoch unter Berufung auf Stimmen aus der Armee und dem Verteidigungsministerium. Das israelische Sicherheitskabinett will am Mittwochabend in Tel Aviv zusammentreten, um über die aktuelle Lage zu beraten.

Auf Antrag der USA soll am Mittwochabend auch der UN-Sicherheitsrat zu einer Dringlichkeitssitzung wegen der palästinensischen Granatenangriffe auf Israel zusammenkommen. "Der Sicherheitsrat muss Stellung beziehen zu der jüngsten Runde von Gewalt gegen unschuldige israelische Zivilisten", erklärte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley. Die Führung der Palästinenser müsse "zur Rechenschaft gezogen werden".

Im Süden Israels gab es bis zum späten Dienstagabend jedoch Explosionen durch Beschuss aus dem Gazastreifen - die israelische Armee erklärte, in zahlreichen Ortschaften in der Nähe des Gazastreifens sei Raketenalarm ausgelöst worden.

Deutsche Regierung verurteilt Angriffe auf Israel "auf das Schärfste"

Später am Dienstagabend teilte der Islamische Dschihad mit, es sei eine von Ägypten vermittelte Feuerpause ausgehandelt worden. Auch die Hamas habe zugesagt, sich daran zu halten. Die Hamas äußerte sich dazu jedoch nicht. Auch die israelische Armee machte zunächst keine Angaben zu der mutmaßlichen Feuerpause.

Die Bundesregierung hat den Beschuss Israels aus dem Gaza-Streifen „auf das Schärfste“ verurteilt. „Diese massiven Angriffe auf Israel sind vollkommen inakzeptabel und durch nichts zu rechtfertigen“, sagte der stellvertretende Sprecher des Auswärtigen Amts, Christofer Burger, am Mittwoch in Berlin. „Israel hat unbestritten das Recht, seine Sicherheit und seine Grenzen zu verteidigen und angemessen auf Angriffe zu reagieren.“

Bereits am Dienstagmorgen waren vom Gazastreifen aus nach Angaben der israelischen Armee rund 30 Mörsergranaten auf Südisrael abgefeuert worden. Israel reagierte mit massiven Luftangriffen im Gazasteifen. Die Armee bombardierte nach Angaben eines Sprechers mehr als 30 Ziele im Gazastreifen, darunter einen Tunnel sowie militärische Infrastruktur der radikal-islamischen Hamas und des Islamischen Dschihad. Opfer wurden aus dem Palästinensergebiet zunächst nicht gemeldet.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte nach den ersten Granatenangriffen erklärt, sein Land nehme die Angriffe "sehr ernst". Die Armee werde darauf "kraftvoll" reagieren. Die Armee erklärte, keine Eskalation anzustreben, warnte die Hamas aber ausdrücklich.

Die Milizen der Hamas und des Islamischen Dschihad bekannten sich zu dem Granatenbeschuss. In einer seltenen gemeinsamen Erklärung begründeten sie diesen mit Angriffen der israelischen Armee auf ihre Stellungen im Gazastreifen während der vergangenen Tage.

Die Zunahme der Gewalt zwischen Israel und radikalen Palästinensern im Gazastreifen erfolgte nach wochenlangen Protesten und Zusammenstößen an der Grenze des Gazastreifens zu Israel. Seit Ende März versammeln sich dort Palästinenser, um gegen die Blockade des Gazastreifens zu demonstrieren. Sie fordern die Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge, die bei der Staatsgründung Israels vor 70 Jahren vertrieben wurden. Bei den Protesten wurden mindestens 121 Palästinenser getötet. (AFP, dpa, TSP)

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