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Rohre für die Erdgaspipeline Nord Stream 2 liegen im Hafen auf Rügen. Foto: Stefan Sauer/dpa
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Nach deutscher Einigung mit USA Russland kritisiert „feindlichen“ Ton der Erklärung zu Nord Stream 2

Washington und Berlin warnen Russland, Energie als politische Waffe einzusetzen. Moskau sieht darin „politische Angriffe“.

Russland hat nach der Einigung zwischen den USA und Deutschland zur umstrittenen Ostseepipeline Nord Stream 2 einen „feindlichen“ Ton in dem Dokument beklagt. „Wir haben nie unsere Energieressourcen als Werkzeug politischen Drucks eingesetzt“, teilte der Botschafter des Landes in Washington, Anatoli Antonow, am Donnerstag in der US-Hauptstadt mit. Russland dränge niemandem seine Gaslieferungen auf. Der Diplomat kritisierte, die amerikanisch-deutsche Vereinbarung zu Nord Stream 2 vom Mittwoch beinhalte „politische Angriffe“ gegen sein Land.

In der gemeinsamen Erklärung wird Russland davor gewarnt, Energie als politische „Waffe“ einzusetzen oder weitere aggressive Handlungen gegen die Ukraine zu begehen. Die Ukraine fürchtet durch Nord Stream 2, ihre Rolle als wichtigstes Land für den Gastransit von Russland nach Europa zu verlieren.

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Deutschland soll sich der Vereinbarung zufolge dafür einsetzen, dass der bis 2024 geltende Gastransitvertrag Russlands und der Ukraine noch um bis zu zehn Jahre verlängert wird. Russland drohen dem Dokument zufolge Sanktionen, sollte das Land weiter aggressiv gegen die Ukraine vorgehen.

Der Kreml hatte nach einem Telefonat von Präsident Wladimir Putin und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zwar mitgeteilt, dass Russland zufrieden sei, dass die Arbeiten an der fast fertigen Pipeline nun beendet werden können.

Der russische Botschafter wies nun aber die Vorwürfe gegen Russland in der Vereinbarung entschieden zurück. Sie widersprächen auch dem Kern des Gipfels von Putin und US-Präsident Joe Biden im Juni in Genf. „Die Versuche, uns als Aggressor hinzustellen und als Land, das böswillige Handlungen vollzieht, sind schon lange die Visitenkarte einer Russophobie“, sagte Antonow. Zugleich wies er die Androhung neuer einseitiger Sanktionen gegen Russland als „unzulässig“ zurück.

Russland hatte im Streit um die Pipeline immer wieder damit geworben, seit Jahrzehnten zuverlässiger Gaslieferant zu sein. Wegen der auch von den USA befeuerten Debatte um eine hohe Abhängigkeit Europas von russischem Gas orientiert sich das Land seit Jahren zunehmend auf den asiatischen Raum und verkauft etwa an China große Energiemengen. (dpa)

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