Zum Corona-Überblick: Alle Zahlen zu SARS-CoV-2 in Deutschland

Wie stehen die USA zu Hollandes Plänen?

Nach den Anschlägen von Paris Der Pakt gegen den Terror

Barack Obama hat vor dem Besuch des französischen Präsidenten eine entscheidende Wende vollzogen. Einer seiner engsten Sicherheitsberater, Ben Rhodes, sagte: „Ja, wir sind im Krieg mit IS.“ Das Wort Krieg hatte Obama lange gemieden. Aber nach den Anschlägen in Paris und der Reaktion Hollandes kommen auch die USA nicht mehr um die Erkenntnis herum, dass aus dem Anti-Terror-Einsatz einer Koalition der Willigen längst eine multinationale Kriegsfront geworden ist. Einen Krieg allerdings muss der republikanisch dominierte US-Kongress autorisieren. Nach langem Zögern sehen aber auch die Kongressabgeordneten nun eine „veränderte Ausgangslage“ und autorisierten den Einsatz militärischer Mittel. Bodentruppen hat Obama immer ausgeschlossen. Nicht nur der Kriegsmüdigkeit der Amerikaner wegen wird er das voraussichtlich auch im Gespräch mit Hollande tun. Der US-Präsident folgt der politischen Überzeugung, dass die Welt keine bessere wird, wenn Amerika andere Länder einnimmt.

Die US-Regierung hat den Kampf gegen den IS in den vergangenen Wochen aber schrittweise ausgeweitet. Obama gab bekannt, 50 Spezialkräfte in die Region zu schicken. Nach Angaben von Sicherheitsberater Rhodes zielen die US-Bomber nun zudem verstärkt auf die Öl-Infrastruktur, die den IS mit Devisen versorgt.

Welche Bedeutung hat Russlands Engagement für Hollandes Bestreben?

Russlands Präsident Wladimir Putin stellte sich nach den Anschlägen von Paris als einer der Ersten demonstrativ an die Seite Frankreichs. Sein Militär wies er an, im Syrien-Konflikt die französischen Truppen als Verbündete zu betrachten, Geheimdienstinformationen sollen ausgetauscht werden. Es ist in Moskaus Interesse, den gesamten Krieg in Syrien als Teil des weltweiten Kampfes gegen den Terror darzustellen. Das stärkt nicht zuletzt Russlands Verbündeten Baschar al Assad, der die gesamte Opposition in Syrien als Terroristen bezeichnet. Die russische Führung hat schon zuvor betont, dass ein wirksamer Kampf gegen den IS nur mit Unterstützung der syrischen Armee möglich sei. Zugleich haben russische Truppen bisher die meisten Luftangriffe nicht gegen Stellungen des IS geflogen, sondern gegen Kämpfer der als gemäßigt geltenden Opposition. So ist das von Hollande gewünschte Bündnis im Kampf gegen den IS auch eine Gelegenheit für Putin, Assad wieder ins Spiel zu bringen. Zudem kann sich Russland auf der internationalen Bühne wieder als unverzichtbarer Akteur präsentieren. Auch Putin führt derzeit zahlreiche Gespräche zum Syrien-Konflikt. Am Montag traf er in Teheran das geistliche Oberhaupt des Iran, Ajatollah Ali Chamenei. Der Iran gilt nach Russland als zweitwichtigster Unterstützer des Assad-Regimes.

Zur Startseite