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Ein Handshake als Fassade. Wladimir Putin und Joe Biden in Genf. Foto: AFP
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Nach dem Händedruck Biden-Putin Kein Respekt voreinander

Biden musste, Putin wollte reden. Was der Gipfel der Ungleichen über die Mechanismen des Konflikts zwischen Demokratie und Mafiastaat verrät. Ein Kommentar.

Keine gemeinsame Mahlzeit, keine gemeinsame Pressekonferenz, nur ein Händedruck. Das zeigt den Stand der Beziehungen.

Joe Biden hat keine große Lust, mit Wladimir Putin zu reden, aber er muss – aus Verantwortungsbewusstsein. Die atomare Abrüstung und die Begrenzung von Cyberangriffen, die die Versorgung ganzer Regionen mit Wasser, Strom, Treibstoff, medizinischer Versorgung lahmlegen können, sollen vorankommen. Das Ringen um Brennpunkte wie die Ukraine, Belarus, Syrien, Iran, Afghanistan darf nicht unkontrolliert eskalieren, ebenso der Wettlauf um die Bodenschätze der Arktis.

Für Putin hingegen ist es ein Erfolg, wenn er dem Augenschein nach als Staatsmann auf Augenhöhe mit dem US-Präsidenten auftritt. In seiner Solo-Pressekonferenz sonnte er sich in der Aufmerksamkeit und mokierte sich über Fragen nach Menschenrechten und der Verfolgung des Oppositionellen Alexej Nawalny. In den USA erschieße die Polizei unschuldige Bürger. „Wer ist hier der Killer?“ konterte er Bidens Vorwurf, er sei ein Mörder.

Sie haben keinen Respekt voreinander. Ihre Partnerschaft erschöpft sich darin, der Gegenseite die roten Linien aufzuzeigen, die nicht überschritten werden dürfen, damit der Systemkonflikt zwischen dem demokratischen Westen und dem mafiösen Geheimdienststaat Russland berechenbar bleibt.

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