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Teilt nach der TV Debatte gegen Trump aus: Joe Biden Foto: AFP/ROBERTO SCHMIDT
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Nach Chaos bei TV-Duell Biden bezeichnet Trumps Auftritt als „Peinlichkeit für das Land“

Die Debatte zwischen Trump und Biden verlief chaotisch. Die Veranstalter kündigen deshalb Änderungen am Format an. Trump erklärt sich derweil zum Duell-Sieger.

US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat den Auftritt von Amtsinhaber Donald Trump beim TV-Duell der beiden Kontrahenten als „Peinlichkeit für das Land“ bezeichnet. Trump habe 90 Minuten lang alles versucht um abzulenken, sagte Biden am Mittwoch in Alliance im US-Bundesstaat Ohio vor Journalisten.

Der Republikaner war Biden bei der Debatte am Dienstagabend (Ortszeit) ständig ins Wort gefallen und hatte ihn auch persönlich angegriffen. „Trump hat keinen Plan, keine Ideen“, sagte Biden. Auf die Frage, was er unentschiedenen Wählern sage, die die Debatte gesehen hätten und genug von der Politik hätten, sagte der Demokrat: „Ich kann es verstehen.“

Unterdessen erklärte sich US-Präsident Donald Trump zum Sieger der ersten Debatte vor der Präsidentschaftswahl. „Wir haben die Debatte gestern Abend nach jedem Maßstab mühelos gewonnen“, sagte der Republikaner am Mittwoch im Garten des Weißen Hauses.

Mit Blick auf Biden sagte Trump: „Ich denke, dass er sehr schwach war. Er sah schwach aus, er jammerte.“ Trump sagte, er wolle auch die nächsten zwei TV-Debatten gegen Biden bestreiten. Sollte sein Herausforderer nicht teilnehmen wollen, sei das dessen Entscheidung.

Trump sagte, er habe „ungefähr sechs“ Umfragen gesehen, die ihn als Sieger bei der Debatte gesehen hätten. Es war unklar, auf welche Erhebungen er sich bezog. In manchen Twitter-Umfragen - die ohne wissenschaftliche Grundlage als unzuverlässig gelten - lag Trump zwar vorne. In Blitzumfragen der Sender CBS und CNN hielt dagegen eine Mehrheit Biden für erfolgreicher bei der Debatte als Trump.

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Derweil planen die Veranstalter nach der chaotischen TV-Debatte Änderungen am Konzept. Der Ablauf des Duells habe deutlich gemacht, „dass das Format der verbliebenen Debatten zusätzliche Struktur braucht, um eine geregeltere Diskussion über die Themen sicherzustellen“, teilte die Kommission für Präsidentschaftsdebatten am Mittwoch mit.

Sieht sich als Gewinner der TV Debatte: Donald Trump Foto: imago images/UPI Photo Vergrößern
Sieht sich als Gewinner der TV Debatte: Donald Trump © imago images/UPI Photo

Das erste Streitgespräch von Trump und Biden in der Nacht zum Mittwoch war über weite Abschnitte im Chaos versunken. Trump fiel Biden immer wieder ins Wort und ließ ihn seine Sätze nicht abschließen. Biden redete auch dazwischen, aber etwas seltener. Der erfahrene TV-Journalist Chris Wallace als Moderator verlor immer wieder die Kontrolle über die Situation - und konnte die Kandidaten nur ermahnen, einander zu Wort kommen zu lassen.

[Viele Kollegen haben das erste TV-Duell zwischen Joe Biden und Donald Trump mit Spannung verfolgt. Die Frage "Wer hat gewonnen?" beantworten sie ganz unterschiedlich. Lesen Sie hier einen Kommentar von Malte Lehming, der klar Joe Biden als Sieger des Abends sieht.]

Nach dem Konzept der Debatte hätten eigentlich sechs Themen in 15-minütigen Blöcken erörtert werden sollen. Zunächst sollten Trump und Biden jeweils zwei Minuten ungestört ihre Position darlegen, danach war eine freie Diskussion vorgesehen. Doch schon bei den Eröffnungsstatements gab es Unterbrechungen und die Kandidaten redeten gelegentlich gleichzeitig. Außerdem wichen sie oft vom gerade vorgegebenen Thema wie Corona-Krise oder Wirtschaftslage ab.

Die zweite der drei Debatten zwischen Trump und Biden ist für den 15. Oktober Ortszeit (3.00 Uhr am Mittwoch MESZ) angesetzt. Sie ist ohnehin in einem anderen Format als die erste vorgesehen - als Fragestunde für Wähler. Die dritte Debatte ist nach jetzigem Stand wieder als 90-minütiges Rededuell mit einem Moderator geplant. Am 7. Oktober treffen zudem Vizepräsident Mike Pence und Bidens Vize-Kandidatin Kamala Harris aufeinander. (dpa, Tsp)

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