Polizisten sichern eine Demonstration der rechten Szene vor dem Karl-Marx-Denkmal in Chemnitz. Foto: Jan Woitas/dpa
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Nach Ausländerhatz in Sachsen Chemnitz von rechtem Mob überrumpelt – Landesregierung schickt mehr Polizei

Claudia Kleine

Nach dem gewaltsamen Tod eines Mannes randalierten am Sonntag und Montag rechte Gruppen in der Stadt. Die AfD liegt einer Umfrage zufolge in Sachsen bei 25 Prozent. Alle Entwicklungen von Dienstag im Newsblog zum Nachlesen

- Chemnitz wurde zwei Abende in Folge von Gewalt erschüttert. Rechte Demonstranten machten am Montagabend in der Innenstadt Jagd auf Migranten, Journalisten und Gegendemonstranten.

- Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundeskanzlerin Angela Merkel und der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) haben die Krawalle verurteilt.

- Die Chemnitzer Behörden waren offenbar vom Verfassungsschutz informiert, dass am Montagabend wieder mit Krawallen zu rechnen sei.

- Anlass für den Beginn der Ausschreitungen war der Tod eines 35-jährigen Deutschen, der mutmaßlich von zwei Migranten erstochen wurde. Daraufhin kam es bereits am Sonntag zu ersten Hetzjagden auf Ausländer.

Korrekturhinweis: In einer früheren Version dieses Artikels war zu lesen, dass "tausende rechte Demonstranten Jagd auf Migranten, Journalisten und Gegendemonstranten" machten. Das haben wir nach einem Hinweis des Presserates korrigiert. In der Erklärung des Presserates heißt es: "Wie auch immer man die Vorfälle in Chemnitz bezeichnet - ob als "Jagdszenen" oder "Hetzjagden": Dass Menschen von anderen Menschen durch Chemnitz gejagt wurden, ist von Beobachtern - nämlich von Reportern vor Ort - mehrfach belegt worden. Doch es handelte sich dabei nicht um "tausende Demonstranten".

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