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Die Innenstädte im Saarland füllten sich aufgrund der vergleichsweise niedrigen Zahlen zuletzt. Nun öffnen unter anderem Kinos und Außengastronomie. Foto: Oliver Dietze/dpa
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Modellprojekt ist gestartet Was im Saarland mit negativem Test nun wieder erlaubt ist

Als erstes Bundesland startet das Saarland ein Modellprojekt mit weitgehenden Öffnungen. Doch wird die Kritik lauter, weil sich die Inzidenz der 100 nähert.

Trotz steigender Infektionszahlen hat das Saarland am Dienstag mit einem Ausstieg aus dem Lockdown in der Corona-Pandemie begonnen. Eine ganze Reihe von Einrichtungen und Häusern darf wieder öffnen, neben der Außengastronomie zählen auch Kinos, Theater, Konzerthäuser, Fitnessstudios und Tennishallen dazu.

Wer das Angebot nutzen möchte, braucht in der Regel einen negativen Corona-Schnelltest, der nicht älter als 24 Stunden sein darf. Zudem dürfen sich im Freien bis zu zehn Personen treffen, auch am Biertisch, wenn sie negativ getestet worden sind.

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Damit geht erstmals ein ganzes Bundesland als Corona-Modellprojekt an den Start. Mit dem „Saarland-Modell“ will die Landesregierung den Bürgern wieder mehr Freiheiten ermöglichen. „Es muss uns nach einem Jahr Pandemie mehr einfallen als nur zu schließen und zu beschränken“, hatte Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) gesagt. Und: „Mit dem Saarland-Modell soll keine Corona-Infektion unentdeckt bleiben.“ Denn je mehr getestet werde, desto mehr werde aufgedeckt.

„Experimente“ gebe es keine: Die Öffnungen sind nach dem Beschluss der Regierung in dieser Form nur erlaubt, solange die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen einer Woche, stabil unter 100 liegt.

Steigt die Inzidenz an drei Tagen über 100, greift ein Ampelsystem - mit einer dann ausgeweiteten Testpflicht (gelb) unter anderem für den Einzelhandel. Wenn eine Überlastung des Gesundheitswesen droht, soll die Notbremse (rot) gezogen werden: Die Öffnungen werden kassiert, es folgt ein Lockdown.

Nun aber leuchtet die Ampel erst einmal grün: In Cafés und Restaurants dürfen auf den Terrassen bis zu fünf Personen aus zwei Haushalten Platz nehmen, wenn sie ihre Daten angeben und vorher einen Termin gebucht haben. Ein Test ist hierfür nicht nötig. Wenn mehr Personen zusammen sitzen, brauchen sie alle einen negativen Test. Beim Sport ist Kontaktsport wie Fußball nun wieder erlaubt - mit Testzettel.

Das ist im Saarland jetzt wieder erlaubt:

  • Treffen im Freien mit bis zu zehn Personen - auch mit Alkohol
  • Besuch von Außengastronomie auch mit mehr als fünf Personen
  • Besuch von Fitnessstudios und auch Kontaktsport wie Fußball
  • Besuch von Kinos, Konzerthäusern oder Theatern

Am Ostermontag wurde eine Inzidenz von 91,3 gemeldet. Vor zwei Wochen (23.3.) lag sie noch bei 65,6. Dass das Saarland das Projekt in einer Zeit steigender Infektionszahlen startet, war bundesweit bei Politik und Wissenschaft auch auf Kritik gestoßen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bezeichnete die Ankündigung als „sehr gewagt“. Da die Infektionszahlen nicht stabil seien, sei es „nicht der Zeitpunkt, jetzt so was ins Auge zu fassen.“

Das Saarland sieht sich beim Impfen und Testen auch im bundesweiten Vergleich sehr gut aufgestellt. Bei den Erstimpfungen steht das kleinste deutsche Flächenland mit knapp einer Million Einwohnern mit seiner Quote seit Tagen an oder mit an der Spitze. In einem Impfzentrum der Bundeswehr im saarländischen Lebach wird seit Sonntag sogar rund um die Uhr geimpft. Zudem hat das Saarland über die vergangenen Wochen reichlich Teststationen aufgebaut - mittlerweile sind es knapp 400.

Für die stellvertretende Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) ist das Saarland-Modell „ein klares, verlässliches System“, das auf die Verantwortung der Bürger setze. „Mit Vorsicht schaffen wir mehr Freiheiten. Ob sie halten, liegt an uns allen“, sagte sie.

Wenn alles gut läuft, kann es laut Hans weitere Öffnungsschritte nach dem 18. April geben - in der Gastronomie, beim Ehrenamt und in den Schulen. Und wenn alle Schüler ab dem 19. April zurück in den Präsenzunterricht kommen, soll es eine Testpflicht an weiterführenden Schulen geben - heißt: Schüler müssen sich zweimal pro Woche in der Schule testen lassen. So der Plan. (dpa)

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