Sie haben den besten Fleischer, einen Europameister in der Disziplin Wurstmachen

Märker, die auf Hügel steigen Ringen um Rekord: Wer hat den höchsten Berg in Brandenburg?

Das ist exakt die Methode Schmöhl. Wissen, sammeln, weitererzählen, herzeigen. Wenn in der Erzählung auch ein Rekordberg vorkommt, schadet das nicht. Vielleicht landet jeder Heimatkundler irgendwann mal da – und bei der Feststellung, dass es ihm kein bisschen darum gehen sollte, Orten wie Weimar ein paar tausend Touristen abzunehmen, damit die bei ihm vielleicht ein Schnitzel essen, etwas Geld dalassen. Dass es nicht um die Konkurrenz zwischen den einzelnen Gegenden geht. Es geht um die Nachbarn, die Heimatbesiedler. Die sollen wissen, wo sie eigentlich leben.

Seine Neuvermessung indes hat keinen einzigen Pfarrer aufhalten können und auch keine Schulschließung verhindert. Womöglich, sagt Uschner, hat sie ein paar Dresdner angelockt, zum Pilzesuchen. Aber es sei eben eine „von den vielen kleinen Sachen gewesen, die sich hier bei uns verbergen und die Aufmerksamkeit verdienen“. Im nahen Elsterwerda gebe es den besten Fleischer des Landes, einen achtmaligen Europameister in der Disziplin Wurstmachen. Haufenweise berühmte Söhne gebe es, „der Kapellmeister von Friedrich dem Großen stammt von hier“, sagt Uschner, „der Mann, der den großen Berliner Naturkundemuseums-Saurier ausgrub, auch“.

Na und?

Passen Sie auf, sagt Uschner. Wer genug solcher kleiner Sachen beisammen habe, mit dem geschehe etwas. Der fange nämlich an zu fragen: „Wie begreift man sich hier? Als Bewohner einer Region fernab, oder als Region mittendrin?“ Dass man darauf bald mit „mittendrin“ antworten kann, – selbst hier, am zumindest historisch gesehen willkürlich gewählten Rand einer bundesdeutschen Verwaltungseinheit, dem Bundesland Brandenburg – daran arbeitet er.

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