Guaidó will den Protest gegen Venezuelas Machthaber Manduro erneut aufleben lassen. Dieser plant eine Militärübung im Land. Foto: Yuri CORTEZ / AFP
© Yuri CORTEZ / AFP

Machtkampf in Venezuela Guaidó will Protest gegen Maduro neu beleben

Seit gut einem Jahr wird in Venezuela um die Macht gerungen. Guaidós Gegner Maduro bereitet derzeit ein militärisches Großmanöver vor.

Der selbsternannte venezolanische Übergangspräsident Juan Guaidó will mit Bürgerversammlungen die Protestbewegung gegen den umstrittenen Präsidenten Nicolás Maduro neu beleben. Die Veranstaltungen sollten am Donnerstag- und Freitagabend (Ortszeit) stattfinden, wie Guaidós Büro mitteilte. Guaidó selbst werde nicht an den Versammlungen teilnehmen. Mehrere ihm nahestehende Oppositionsabgeordnete würden jedoch erwartet.

„Wir brauchen jeden Einzelnen, um unsere Ziele zu erreichen, die wir uns für ein freies Venezuela gesetzt haben“, schrieb Manuela Bolivar, Abgeordnete von Guaidós Partei Voluntad Popular im Onlinedienst Instagram. Der kürzlich erneut als Parlamentspräsident vereidigte Guaidó rief zudem zu einer Demonstration am Samstag und einem Marsch auf das Parlament in Caracas auf.

Die Opposition versucht derzeit, der Protestbewegung neuen Aufwind zu verleihen. Anfang vergangenen Jahres waren zehntausende Venezolaner in Caracas und anderen großen Städten des Landes gegen den linksgerichteten Präsidenten Maduro auf die Straße gegangen. In den vergangenen Monaten folgten jedoch nur noch ein paar tausend Anhänger Guaidós Protestaufrufen.

Guaidó erst mit Hürden zum Parlamentspräsidenten vereidigt

Am Sonntag war in der von der Opposition kontrollierten Nationalversammlung ein Konflikt um den Vorsitz entbrannt. Sowohl der bisherige Parlamentspräsident Guaidó als auch der Maduro nahestehende Luis Parra nahmen für sich in Anspruch, den Parlamentsvorsitz neu übernommen zu haben. Am Dienstag wurde Guaidó schließlich als Parlamentspräsident vereidigt.

Machtkampf zwischen Guaidó und Maduro dauert bereits ein Jahr lang

Die venezolanische Regierung hat am Donnerstag zudem eine neue Großübung der Streitkräfte für den kommenden Monat angekündigt. An dem Manöver am 15. und 16. Februar werde das gesamte Militär und die Miliz des südamerikanischen Landes teilnehmen, sagte Präsident Nicolás Maduro am Donnerstag. Geübt werde die Verteidigung der Städte. Im vergangenen September hatten die venezolanischen Streitkräfte bereits ein großes Manöver an der Grenze zum Nachbarland Kolumbien durchgeführt.

Im Machtkampf mit dem selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó setzt der sozialistische Staatschef Maduro vor allem auf die Unterstützung der Streitkräfte. Viele Offiziere sitzen an den wichtigen Schaltstellen der Macht, kontrollieren das Ölgeschäft, den Import von Lebensmitteln, Banken und Bergbaufirmen. Die unteren Ränge werden nach Einschätzung von Experten mit Hilfe von kubanischen Militärgeheimdienstlern streng kontrolliert.

Maduro wirft den USA, Kolumbien und der venezolanischen Opposition immer wieder vor, eine militärische Intervention zu planen. „Wer Frieden will, muss vorbereitet sein, ihn zu verteidigen“, sagte Maduro zuletzt. „Wir sind bereit, jedem die Zähne einzuschlagen, der es wagt, venezolanischen Boden zu betreten.“

Maduro und Guaidó liefern sich seit Monaten einen Machtkampf. Anfang Januar 2019 ernannte Guaidó sich selbst zum Übergangspräsidenten. Allerdings hält Maduro bisher erfolgreich an seiner Macht fest. Guaidó wird von rund 50 Staaten anerkannt, darunter den USA und Deutschland. Staatschef Maduro kann dagegen auf Unterstützung von Ländern wie Russland und Kuba bauen. (dpa, AFP)

Zur Startseite