Die Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald in Thüringen. Foto: imago images/Jürgen Ritter
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Leiter der KZ-Gedenkstätte warnt Rechtsextreme treten offen in Buchenwald auf

Besucherbücher werden verschandelt, Führungen gestört: Der Leiter der Gedenkstätte Buchenwald macht im ehemaligen KZ immer öfter alarmierende Beobachtungen.

Der Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Volkhard Knigge, beobachtet ein immer offeneres Auftreten rechtsextremer Besucher in dem ehemaligen Konzentrationslager. „In den Besucherbüchern finden sich zunehmend Eintragungen, die Nationalsozialismus und auch die Konzentrationslager als sinnvoll und gut für die Deutschen bewerten“, sagte der Historiker der Bielefelder „Neuen Westfälischen“.

Am 27. Januar jährt sich zum 75. Mal die Befreiung des deutschen Vernichtungslagers Auschwitz im von Hitler-Deutschland besetzten Polen.

Gedenkstätten-Leiter Knigge macht auch AfD verantwortlich

Zudem komme es in der Gedenkstätte immer wieder zu „gezielten, vorbereiteten Störungen von Besucherführungen“ durch Rechtsextreme. Als Reaktion seien die Besucherordnung in Buchenwald verschärft und Mitarbeiter trainiert worden, wie sie mit Störern umgehen.

Rechte schmuggelten sich unter Besuchergruppen und warteten einen günstigen Moment ab, um Opferzahlen infrage zu stellen oder den Holocaust zu leugnen. Häufig werde das gefilmt. So profilierten sich die Täter im eigenen Umfeld, sagte Knigge. Gleichzeitig sollten die anderen Besucher eingeschüchtert und lächerlich gemacht werden, sagte Knigge. „Das darf man sich natürlich nicht gefallen lassen.“

Äußerungen wie „wären die Lager noch in Betrieb, hätten wir kein Ausländer-Problem“ seien ein „ernstzunehmendes Indiz, dass etwas wegbricht an Geschichtsbewusstsein, an mitmenschlicher Sensibilität und an politisch-demokratischer Orientierung“, sagte Knigge der Zeitung. Knigge, der die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora seit 1994 leitet, macht für die Entwicklung auch die AfD und deren Führungspersonal verantwortlich.

Mit einer großen internationalen Konferenz erinnert Israel am heutigen Donnerstag an die Befreiung des NS-Vernichtungslagers Auschwitz vor 75 Jahren. Unter den Rednern ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der damit als erstes deutsches Staatsoberhaupt eine Ansprache in Israels Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem halten wird. Mehr als 30 Staatsoberhäupter haben sich für die Zeremonie angekündigt. Zu den Rednern zählen Russlands Präsident Wladimir Putin, Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und der britische Thronfolger Prinz Charles. (dpa, KNA, AFP)

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