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Für Olaf Scholz und die SPD sieht es derzeit prächtig aus. Foto: Paul Zinken/dpa
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Laschet verliert, Scholz legt zu SPD zieht in Umfrage an Union vorbei

Erstmals in diesem Bundestagswahlkampf grüßt die SPD von oben: In einer Forsa-Umfrage überholt sie die Union - und hätte so mehrere Koalitionsoptionen.

Knapp einen Monat vor der Bundestagswahl ist der SPD eine überraschende Wende gelungen: Zum ersten Mal in diesem Wahlkampf liegen die Sozialdemokraten in der Wählergunst ganz vorn. Das geht aus einer Forsa-Erhebung hervor. Demnach konnte die SPD gegenüber der Vorwoche zwei Prozentpunkte hinzugewinnen und somit die Unionsparteien vom ersten Platz verdrängen. Die SPD erreicht jetzt 23 Prozent, die CDU/CSU verliert einen Prozentpunkt und kommt nun auf 22 Prozent. Alle aktuellen Sonntagsfragen im Zeitverlauf finden Sie auf unserer Wahlseite.


Die Grünen rutschten dem RTL/ntv-Trendbarometer für die Bundestagwahl am 26. September zufolge um einen Prozentpunkt auf 18 Prozent ab. Sie liegen jetzt auf Rang drei, fünf Prozentpunkte hinter der SPD und vier Prozentpunkte hinter der Union. Für alle übrigen Parteien ändert sich nichts: Die FDP kommt unverändert auf 12 Prozent, die AfD auf 10 und die Linke auf 6 Prozent.

Die SPD lag zuletzt im Oktober 2006 vor der Union. Damals kamen die Sozialdemokraten auf 32, die CDU/CSU auf 30 Prozent. Die jetzt für die Unionsparteien ermittelten 22 Prozent sind der schlechteste Wert, den das 1984 gegründete Institut Forsa jemals ermittelt hat.

Drei Koalitionen unter SPD-Führung möglich

Dem aktuellen Umfrageergebnis zufolge würden 775 Abgeordnete in den neuen Bundestag einziehen, 66 mehr als bei der Bundestagswahl 2017. Die Mandatsverteilung: SPD 195, CDU/CSU 190, Grüne 152, FDP 102, Linke 51 und AfD 85 Sitze. Die Union würde 56 Mandate verlieren, die Linke hätte 18 und die AfD 9 Sitze weniger als 2017. Die Grünen würden 85, die SPD 42 und die FDP 22 Sitze gewinnen.


Die Tagesspiegel-Interaktiv-Angebote zur Bundestagswahl 2021:

Demnach hätten momentan vier Dreier-Koalitionen eine regierungsfähige Mehrheit im Parlament, darunter drei unter Führung der SPD: die „Deutschland“-Koalition aus SPD, Union und FDP (zusammen 487 Sitze), die „Ampel“-Koalition aus SPD, Grünen und FDP (449 Sitze), die „Jamaika“-Koalition aus Union, Grünen und FDP (444 Sitze) sowie das „Links-Bündnis“ aus SPD, Grünen und Linke (398 Sitze).

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Auch im Politiker-Ranking spürt die SPD einen Aufwärtstrend. Bei den persönlichen Zustimmungswerten kann SPD-Kandidat Olaf Scholz zulegen und liegt nun bei 51 Punkten. Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock ist seit der letzten Erhebung im Juni auf 33 Prozent gefallen (minus sieben), Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet landet bei nur noch 29 Punkten (minus elf). Die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zwar zwei Punkte verloren, ist aber nach wie vor die Politikerin, der die Deutschen das größte Vertrauen entgegenbringen. Auf dem zweiten Platz folgt der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder (53 Punkte).

Einer Prognose der Berliner Politikberatung Johanssen und Kretschmer zufolge könnte CDU-Chef Laschet sogar gänzlich den Einzug in den Bundestag verpassen. Wie die „Berliner Zeitung“ berichtet, räumt die Organisation dem Unions-Kanzlerkandidaten aufgrund des neuen Wahlrechts aktuell geringe Chancen auf einen Mandatsgewinn ein. Zwar steht Laschet auf Platz eins der nordrhein-westfälischen Landesliste, doch wegen der neuen Verrechnung der Überhangmandate gelte ein Einzug über die Landesliste aufgrund der aktuellen Umfragewerte in NRW momentan als unwahrscheinlich. Dem Bericht zufolge hängt eine Umkehr dieses Trends stark von dem positiven Abschneiden der SPD in dem Land ab. (Tsp)

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