Zum Corona-Überblick: Alle Zahlen zu SARS-CoV-2 in Deutschland
Der Schauspieler Volker Bruch steht bei Dreharbeiten für einen Kurzfilm vor der Kamera. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa
© Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Update Landgericht hatte dem widersprochen Youtube sperrt erneut zwei Videos von #allesaufdentisch

Bereits Anfang der Woche hatte Youtube Clips der Schauspieler-Aktion gelöscht, doch nach einem Gerichtsbeschluss wieder hochgeladen. Nun der erneute Schritt.

Die Videoplattform Youtube hat zwei weitere Videos der umstrittenen Aktion #allesaufdentisch gelöscht. Das bestätigte ein YouTube-Sprecher am Mittwochabend der Deutschen Presse-Agentur. Als Grund wurde ein Verstoß gegen eine Richtlinie des Unternehmens, in der es um Missinformation zur Corona-Pandemie geht, angeführt. Damit sind derzeit insgesamt vier Videos der Aktion gelöscht.

Youtube hatte vor Tagen bereits drei Clips gelöscht, eines davon aber nach einer erneuten Prüfung wieder hochgeladen. Ein YouTube-Sprecher teilte danach am Dienstag mit: „Mehrere Videos, hochgeladen auf dem Kanal „allesaufdentisch“, wurden als Verstoß gegen unsere Richtlinien erkannt. Nach einer weiteren Überprüfung haben wir festgestellt, dass eines der Videos nicht gegen unsere Richtlinien verstößt. Dieses Video wurde wieder eingestellt.“

Die Plattform arbeite mit einer „Kombination aus Mensch und Technologie“ um Inhalte zu moderieren, sagte ein Youtube-Sprecher dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Dienstag in Berlin.

Die Pressekammer des Landgerichts Köln hatte die Löschung zweier Videos der Aktion #allesaufdentisch durch Youtube als rechtswidrig eingestuft. Das Gericht habe somit den Anträgen der Initiatoren auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen die Videoplattform stattgegeben, sagte deren Anwalt. Auch eine Verwarnung durch den Konzern wegen der Videos sei untersagt worden.

Der Konzern habe den Kanal-Betreibern nicht konkret genug mitgeteilt, welche Passagen ihrer Meinung nach gegen welche Vorschrift ihrer Richtlinie verstießen, sagte eine Gerichtssprecherin auf Anfrage. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung über den Gerichtsbeschluss berichtet.

Die Zeitung zitiert aus der Gerichtsentscheidung: Youtube dürfe nur bei „einer offensichtlichen, auf den ersten Blick erkennbaren medizinischen Fehlinformation“ Videos löschen, ohne konkrete problematische Passagen zu benennen.

[Wenn Sie aktuelle Nachrichten aus Berlin, Deutschland und der Welt live auf Ihr Handy haben wollen, empfehlen wir Ihnen unsere App, die Sie hier für Apple- und Android-Geräte herunterladen können.]

Bei den gelöschten Interviews handele es sich aber um „längere Videos“, die „auch eine Vielzahl von eindeutig zulässigen Äußerungen enthalten“. Laut „Bild“ waren mehrere Clips gelöscht worden, in denen Künstler Wissenschaftler zu ihrer Kritik an der Corona-Politik befragt hatten.

Die Internetaktion #allesaufdentisch, an der sich unter anderem die Schauspieler Volker Bruch und Wotan Wilke Möhring beteiligt haben, wurde Ende September gestartet. Bereits im Frühjahr hatten rund 50 Schauspieler, damals unter dem Hashtag #allesdichtmachen, ihren Unmut über die Corona-Maßnahmen geäußert. Während diese Videos Hunderttausende Aufrufe erzielten, knackte die neue Aktion vor der Löschung nicht einmal die Zehntausender-Marke.

In den Videos, die nun im Netz hochgeladen wurden, wird neben den Corona-Maßnahmen auch die mediale Berichterstattung darüber kritisiert. In den Clips sprechen die Schauspieler auch mit verschiedenen Interviewpartnern aus der Wissenschaft über medizinische und gesellschaftliche Aspekte. In dem nun wieder veröffentlichten Video mit dem Titel „Angst“ spricht der Kabarettist Gernot Haas etwa mit dem Neurobiologen Gerald Hüther. Hüther war mehrere Jahre im Beirat des Onlinemagazins Rubikon, das in der Kritik steht, Verschwörungsideologien zu verbreiten.

Die Videoaktion erinnert ein wenig an eine Aktion, die Monate davor Aufsehen erregt hatte: Damals hatten unter dem Hashtag #allesdichtmachen Menschen aus der Filmszene mit satirischen Videos den Umgang mit dem Coronavirus kritisiert. Die Aktion hatte kontroverse Reaktionen hervorgerufen - manche warfen der Gruppe vor, das Coronavirus zu verharmlosen. Mehrere Teilnehmer distanzierten sich später. (dpa/epd)

Zur Startseite