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Soldaten der Demokratischen Kräfte Syriens suchen nach IS-Anhängern und befragen eine Anwohnerin. Foto: dpa/Baderkhan Ahmad
© dpa/Baderkhan Ahmad

Kurdische Truppen durchsuchen weiter das Gebäude Mehr als 330 Tote bei IS-Angriff auf syrisches Gefängnis

Es war einer der schwersten Angriffe des IS in Syrien seit Jahren. Zahlreiche entflohene Gefangene sollen allerdings wieder gefasst worden sein.

Bei dem Überfall der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf ein Gefängnis in der syrischen Stadt Al-Hassaka wurden nach Angaben von Aktivisten bislang 332 Menschen getötet. 246 davon waren Dschihadisten, sieben Zivilisten. Dies teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Sonntag mit.

Zudem seien unter den Todesopfern auch Gefängniswärter und Kämpfer der von Kurden angeführten Demokratischen Kräfte (SDF), die das Gefängnis wieder unter ihre Kontrolle bringen wollten. Vor einer Woche hatten die Aktivisten noch rund 130 Tote gezählt.

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IS-Kämpfer griffen das Gefängnis vor anderthalb Wochen an, um Tausende ihrer dort inhaftierten Anhänger zu befreien. Dutzende Menschen wurden den Angaben der Aktivisten zufolge seither zum Teil schwer verletzt. Mehrere zehntausend Zivilisten flohen vor den Kämpfen aus der Region im Nordosten des Bürgerkriegslandes.

Der Überfall war einer der schwersten Angriffe des IS in Syrien seit Jahren. US-Truppen unterstützten das Gefecht gegen die Extremisten mit Luftschlägen. Die SDF-Truppen haben das Gefängnis und die Umgebung nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte inzwischen wieder unter ihre Kontrolle gebracht.

Sie durchsuchen demnach aber weiterhin das Gebäude und die Gegend. Bis zuletzt hatten sich noch Terroristen im Gefängnis verschanzt. Am Samstag kam es den Aktivisten zufolge noch zu Zusammenstößen zwischen dem IS und den von Kurden angeführten Truppen.

Soldaten der USA und der Demokratischen Kräfte Syriens suchen in der Stadt Al-Hassaka nach entlaufenen Gefangenen. Foto: AFP Vergrößern
Soldaten der USA und der Demokratischen Kräfte Syriens suchen in der Stadt Al-Hassaka nach entlaufenen Gefangenen. © AFP

Furcht vor erneutem Erstarken des IS

Die US-Regierung dankte den SDF-Truppen für ihren Einsatz. Dank ihres Mutes und ihrer Entschlossenheit sei es dem IS nicht gelungen, in großem Stil inhaftierte Kämpfer zu befreien, erklärte US-Präsident Joe Bidens Nationaler Sicherheitsberater, Jake Sullivan. Das „barbarische Handeln“ der IS-Kämpfer während des Angriffs unterstreiche die Notwendigkeit internationaler Zusammenarbeit, um zu verhindern, dass der IS wieder erstarkt.

In einer Erklärung des IS, die in den sozialen Medien verbreitet wurde, hieß es, mehr als 800 Gefangene seien bei dem Überfall geflohen. Laut SDF sollen zahlreiche Gefangene allerdings wieder gefasst worden sein.

Die IS-Terrormiliz hatte im Sommer 2014 große Gebiete im Norden und Westen des Iraks eingenommen und dort ein sogenanntes Kalifat ausgerufen. Zum Herrschaftsgebiet der Extremisten gehörten auch große Teile des benachbarten Syriens. Mit militärischer Unterstützung der USA und anderer Staaten drängten die irakischen Sicherheitskräfte die Terrormiliz immer weiter zurück. In Syrien nahmen von Kurden angeführte Truppen im Frühjahr 2019 die letzte IS-Hochburg ein. (dpa)

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