Demonstranten in Rio de Janeiro. Foto: Mauro Pimentel/AFP
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Kritik an Präsident Bolsonaro Arbeiter in Brasilien protestieren gegen Rentenreform

Die Rentenreform ist eines der wichtigsten Projekte des rechten Präsidenten Bolsonaro. Beim Generalstreik kam es in mehreren Städten zu Krawallen.

In Brasilien ist es bei einem Generalstreik gegen die Regierung des rechtsextremen Präsidenten Jair Bolsonaro in zahlreichen Städten zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten gekommen. In den Metropolen São Paulo und Rio de Janeiro blockierten Demonstranten Straßen, die Sicherheitskräfte setzen Tränengas ein, wie die Tageszeitung „Folha die São Paulo“ am Freitagabend (Ortszeit) berichtete. Mehrere Menschen wurden verletzt. In zahlreichen Städten kam der öffentliche Nahverkehr zum Erliegen, staatliche Schulen und Banken blieben geschlossen.

Im Industriegürtel von São Paulo wurde die Arbeit in großen Unternehmen wie Volkswagen eingestellt, wie die Metallarbeiter-Gewerkschaft mitteilte. Demnach beteiligten sich 95 Prozent der Arbeiter an dem Ausstand. Nach Gewerkschaftsangaben wurde in insgesamt 189 Städten gestreikt.

Gewerkschaften und Sozialverbände hatten zu dem Generalstreik gegen die von Präsident Bolsonaro geplante Rentenreform aufgerufen. Sie befürchten, dass mit einer Kapitalisierung der Rente vor allem Kleinverdiener erhebliche Einbußen hinnehmen müssen. Das Renteneintrittsalter soll für Frauen auf 62 Jahre und für Männer auf 65 Jahre heraufgesetzt werden. Gleichzeitig werden aber die Privilegien von Militärs, Richtern und Parlamentariern nicht angetastet.

Bislang gehen viele brasilianische Arbeitnehmer bereits mit 55 Jahren in Rente, bei 70 Prozent oder mehr ihrer letzten Bezüge. Angesichts der alternden Gesellschaft lässt sich das Rentensystem immer schwerer finanzieren. Einem Bericht der Zeitung „O Globo“ zufolge betrug die Deckungslücke im Rentenwesen im vergangenen Jahr 194 Milliarden Reais (44,3 Milliarden Euro).

Wirtschaftsminister Paulo Guedes droht, sein Amt niederzulegen, sollte die Reform scheitern. Vor wenigen Wochen waren auch Schüler, Studenten und Lehrer gegen Kürzungen im Bildungsbereich auf die Straße gegangen. (epd, dpa)

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