Die britische Fregatte „HMS Montrose“ bei einer Übung im Mittelmeer (Archivbild aus dem Oktober 2012). Foto: Joel Rouse/Royal Navy/Ministry of Defence/Handout via REUTERS
© Joel Rouse/Royal Navy/Ministry of Defence/Handout via REUTERS

Konflikt im Persischen Golf Iran schürt die Kriegsgefahr

Die Entführung eines britischen Tankers im Golf wurde nur knapp vereitelt. Der Westen muss Geleitschutz für seine Handelsschiffe organisieren. Ein Kommentar.

Und wieder kommt es zu einem Zwischenfall im Persischen Golf, der leicht eine militärische Eskalation auslösen könnte – wie mehrfach in den jüngsten Wochen. Diesmal ging es nicht um Minen. Iranische Schiffe, mutmaßlich der Revolutionsgarden, versuchten einen britischen Tanker zum Einlaufen in einen iranischen Hafen zu zwingen. Glücklicherweise war ein britisches Kriegsschiff vor Ort und vereitelte den Überfall.

Der Vorfall zeigt Zweierlei. Erstens gehen die militärischen Aktionen, die Kriegsgefahr heraufbeschwören, vom Iran aus. Und nicht von Donald Trumps USA, Großbritannien oder Europa. Zweitens müssen Europa und Amerika über einen regelmäßigen militärischen Geleitschutz für ihre Handelsschiffe im Persischen Golf beraten, wenn sie die freie Seefahrt in den internationalen Gewässern sichern wollen.

Ein angekündigter Revancheangriff

Die Revolutionsgarden bestreiten ihre Verwicklung. Das ist ein bekanntes Muster, um Zweifel im Westen zu säen. Wie bei der Anbringung von Minen soll es aber Foto-Beweise geben.

Der Entführungsversuch war wohl eine zuvor offen angedrohte Revanche. Britische Kriegsschiffe hatten einen iranischen Tanker vor Gibraltar gestoppt, um zu prüfen, ob er verbotene Ladung für Syrien transportiert. Doch nur weil etwas ähnlich aussieht, ist es noch lange nicht dasselbe. Die Syrien-Sanktionen sind ein Beschluss der EU. Ihre Durchsetzung ist rechtlich geboten. Irans Vorgehen ist dagegen ein ernster Verstoß gegen das internationale Recht.

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