Uwe Hück arbeitet seit 35 Jahren bei Porsche und gehört seit 1990 dem Betriebsrat an. Foto: Marijan Murat/dpa
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Kommunalwahl in Pforzheim Scheidender Porsche-Betriebsratschef Hück tritt für SPD an

Am 26. Mai finden in Baden-Württemberg Kommunalwahlen statt. Auf Platz eins der SPD-Liste steht Hück. Zunächst hatte er mit einer eigenen Liste antreten wollen.

Der scheidende Betriebsratschef des Sportwagenherstellers Porsche, Uwe Hück, ist Spitzenkandidat der Pforzheimer SPD für die Gemeinderatswahl. Er wurde am Samstag auf Platz eins der SPD-Liste gewählt, wie der Landesverband Baden-Württemberg mitteilte. Für Hück stimmten demnach 41 von 46 anwesenden Kreisdelegierten. In Baden-Württemberg finden am 26. Mai Kommunalwahlen statt.

Der SPD-Landesvorsitzende Andreas Stoch nannte die Nominierung Hücks "ein starkes Aufbruchsignal - für Pforzheim und die SPD". Seit August 2017 steht CDU-Oberbürgermeister Peter Boch an der Spitze der 125.000-Einwohner-Stadt, er hatte sich gegen den vorherigen SPD-Amtsinhaber Gert Hager durchgesetzt.

Hück hatte ursprünglich erwogen, mit einer eigenen Liste bei den Gemeinderatswahlen in Pforzheim anzutreten. Dann hätte er mit einem SPD-Parteiausschlussverfahren rechnen müssen. Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" soll sich auch der frühere SPD-Chef Sigmar Gabriel dafür eingesetzt haben, Hück weiter an die SPD zu binden.

Porsche hatte am vergangenen Montag mitgeteilt, dass Hück seine Ämter bei dem Sportwagenhersteller niederlegt. Der 56-Jährige wolle sich künftig "auf sein soziales Engagement, seine Stiftung und seine Kinder konzentrieren sowie sich verstärkt in der Politik engagieren". 2013 gründete Hück in Pforzheim seine eigene Stiftung, die "Lernstiftung Hück". Sie unterstützt eigenen Angaben zufolge benachteiligte Jugendliche aus der Region durch Ausbildungs-, Lern- und Integrationsprojekte.

Der gelernte Lackierer und zweimalige Europameister im Thaiboxen arbeitete seit knapp 35 Jahren bei Porsche und gehörte seit 1990 dem Betriebsrat an. 2002 wurde er zum Vorsitzenden des Gesamtbetriebsrats gewählt, 2010 zum stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden. In diese Zeit fiel die gescheiterte Übernahme von Volkswagen durch Porsche, an deren Ende Porsche stattdessen eine VW-Tochter wurde. (AFP)

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